18 Juli 2017

Zwischenregionales ethnokulturelles Kindercamp in Sajanogorsk


Vom 5.-15. Juli führte der Fond für deutsche Kultur in Sajanogorsk das zwischenregionales und ethnokulturelles Kindercamp „Lebensstil“ durch. Das Camp fand unter dem Motto „Musemssache“ statt und war für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren.

Deutschlehrerin E. Jusupowa

Der Deutschunterricht im Sprachcamp „Lebensstil“ war nicht nur für die  Systematisierung der deutschen Grammatik und Vokabeln, sondern verband die russlanddeutsche Geschichte und Kultur anhand unseres Themas „Museumssache der Russlanddeutschen“. Unsere Teilnehmer wurden in drei Sprachniveau-Gruppen unterteilt. Im Rahmen des Sprachniveaus wurden didaktische Materialien, Spiele und Videos für die Kinder vorbereitet. Der Lernstoff wurde den Kindern auf spielerische Weise vermittelt, damit sie diesen schneller aufnehmen, verarbeiten und sich besser merken können. Sprachpraxis konnte dank unserer Sprachassistentin Andrea Mastel aus Deutschland effektiv gesammelt werden. Sie ist bereits das zweite Jahr Teil unserer pädagogischen Mannschaft. 

Sprachassistentin Andrea Mastel 

Das Ferienlager „Lebensstil“ im sibirischen Sajanogorsk bietet den Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren die Möglichkeit auf spielerische Art und Weise neue Deutschkenntnisse zu erwerben und bereits vorhandene zu verbessern, sowie die Geschichte der Russlanddeutschen zu lernen. Jeden Tag bearbeiten die Kinder ein bestimmtes Thema, wie zum Beispiel Russlanddeutsche Kleidung oder das Essen der Russlanddeutschen, im Deutschunterricht und am Nachmittag betätigen sie sich sportlich und spielerisch und besuchen verschiedene Arbeitsgemeinschaften, wie zum Beispiel Basteln oder Tanzen. Während des Abendprogramms stellen sie ihre Arbeit, die sie im Laufe des Tages getätigt haben, vor. Meine Aufgabe als Sprachassistentin aus Deutschland ist es mit den Kindern zu kommunizieren, um sie zu motivieren die deutsche Sprache zu praktizieren. So kann ihr bereits Gelerntes mit Sinn und Spaß angewendet werden. Deutlich wird, dass sich der sprachliche Level der Kinder und Jugendlichen deutlich verbessert, weil sie selbst darum bemüht sind die richtigen Wörter für eine gelungene Kommunikation zu finden. In jedem Fall machen die Arbeit und die Funktion einer Sprachassistentin in einem solchen Sprachlager Sinn.

Leiterin des Workshops „Basteln“ Alena Gusarowa

Zehn Tage sind wie im Flug vergangen, ich werde mich immer an das Feriencamp „Lebensstil“ mit großer Freude erinnern. Dieses Feriencamp gibt massenweise Möglichkeiten und Wissen an junge Russlanddeutsche weiter, auch ihre künstlerischen Fähigkeiten werden gefördert. Ich als Leiterin des Workshops habe mir Sorgen gemacht, ob die Kinder mit den Aufgaben zum Thema „Restauration russlanddeutscher Schriften“ zurecht kommen werden, aber meine Sorgen waren umsonst. 

Leiterin des Workshops "Geschichte und Traditionen der Russlanddeutschen" S. Filippowa

Im Rahmen des Workshops wurde die Exkursion im virtuellen Museum der Russlanddeutschen organisiert. Zur Vorbereitung wurden Materialien und Illustrationen der „Ethnografie der Russlanddeutschen“ verwendet. Außerdem wurden den Kindern „traditionelle und Feiertagsgerichte der Russlanddeutschen“ vorgestellt. Die Kinder lernten neue Rezepte kennen und bestätigten, dass einige dieser Gerichte in ihren Familien zubereitet werden. Des Weiteren beschäftigten wir uns mit russlanddeutschen Feiertagen, deren Bedeutung und wie Russlanddeutsche diese feiern. 

Betreuerin Ekaterina Gavriljuk

Ich war zum ersten Mal in der Rolle der Betreuerin in einem so außergewöhnlichen Camp. Es war für mich außergewöhnlich, weil jeder Tag anders war, nicht so wie bei allen offiziellen Ferienlagern, in denen ich bisher war. In diesem werden deutsche Traditionen und Bräuche sichtbar. Die Kinder sind sehr nett und fröhlich. In meiner Gruppe sind 12 Kinder. Sie sind durchweg talentiert: Sie tanzen, singen und malen sogar. Das Team, mit dem ich zusammengearbeitet habe, war super! Sie haben mir immer geholfen!

 

Rubrik: Nachrichten aus den Regionen

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