02 Oktober 2017

Olga Martens: „Das Kennen der deutschen Sprache von heute ist die Zukunft der deutschen Literatur von morgen“

Olga Martens

Olga Martens, erste stellvertretende Vorsitzende des IVDK, und Galina Perfilowa, Leiterin der Assoziation für Deutschlehrkräfte, hielten Vorträge bei der V. internationalen wissenschaftlich-praktischen Sprachkonferenz.

Die erste stellvertretende Vorsitzende des IVDK, Olga Martens, hielt einen Vortrag zum Thema „Von der Muttersprache bis zur Minderheitensprache: 60 Jahre Gewinn und Verlust der Deutschen in Russland“.

Um die Wichtigkeit der deutschen Sprache für die Russlanddeutschen zu zeigen, zitierte Olga Martens den russlanddeutschen Schriftsteller Viktor Klein: „Das Kennen der deutschen Sprache von heute ist die Zukunft der deutschen Literatur von morgen“

Daher versuche man die deutsche Sprache auch weiterhin in Russland zu etablieren. Die drei wichtigsten Aspekte seien dabei die Motivation zum Deutschlernen, die Ressourcen, die Bildungsmodelle.

Die zwei großen  Motivationsträger sind die zahlreichen gesamtrussischen Sprachlager, die in ganz Russland und in Deutschland stattfinden sowie der Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“. Dieses Jahr hat „Freunde der deutschen Sprache“ mehr als 1.000 Menschen angezogen, „der jüngste Teilnehmer ist fünf, der älteste 71“. Die Sprachlager existieren seit 1996, Jugendliche und Kinder lernen in ihren Ferien spielerisch Deutsch. Eine weitere Marke ist auch das „Totale Diktat“.

Als Ressourcen werden die ethnokulturellen Angebote in den über 400 Verbänden und Begegnungszentren bezeichnet. Bildungsmodelle existieren ebenso. „Es gibt staatliche Schulen mit Deutsch als Fremdsprachenunterricht, die in der Tat zu Minderheitenschulen geworden sind“. Über ein Sommersprachsemester wird im Sprachrat der russlanddeutschen Selbstorganisation entschieden. Dennoch resümierte Martens und verwies auf weiteren Handlungsbedarf  im föderalen, regionalen und europäischen Bereich. 

Mit dem Vortrag "Potential und Perspektiven der Sprachbeherrschung im RAhmen DaMi, DaZ und DaF"  trat die Präsidentin des Überregionalen Deutschlehrerverbands Russland, Galina Perfilowa, auf. 

Sie erwähnte dabei auf besondere Weise den IVDK bei der Erhaltung der deutschen Sprache in Russland als Muttersprache der ethnischen Deutschen. "Ich bin mir sicher, dass unsere Ziele eine Zukunft haben. Ich sehe hier viele Lehrer, Studenten und das gibt mir große Hoffnung, dass wir die Sprache unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern erhalten könnnen". 


Die V. internationale wissenschaftlich-praktische Sprachkonferenz zum Thema "Deutsche aus Russland: Lebenslanges Sprachenlernen. Motivation. Potenzial. Modelle" findet vom 1.-4. Oktober in Moskau statt. 

Im Rahmen der Konferenz werden Vorträger führender Experten zum Thema der deutschen Sprache gehalten, Podiumsdiskussionen geführt und die Preisverleihung des VI. gesamtrussischen Wettbewerbs "Freunde der deutschen Sprache" abgehalten. 

Organisatoren: der Internationale Verband der deutschen Kultur sowie das Insitut für ethnokulturelle Bildung. Arbeitssprachen sind Deutsch und Russisch. 

 

Rubrik: Sprachkonferenz

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