08 März 2018

Positives betonen

- Daniel Säwert -


Erwartungen an den Austausch - ein Artikel der Moskauer Deutschen Zeitung.

Unter dem Titel „Kommunale und regionale Partnerschaften – Erwartungen an deutsch-russische Bürgerbegegnungen“ bildeten die Moskauer Gespräche den Abschluss der Kommunalkonferenz zu den Perspektiven deutsch-russischer Partnerschaft. Und die Erwartungen sind auf beiden Seiten hoch.

Sergej Ordschonikidse verdeutlichte, wie wichtig die internationale Kommunikation und Interaktion auf der unteren gesellschaftlichen Ebene in Zeiten ist, in denen die große Politik nicht vorankommt. Die Verwicklung von internationaler Politik und gesellschaftlichem Dialog griff auch Martin Hoffmann, Geschäftsführender Vorstand des Deutsch-Russischen Forums, auf. Momentan, so Hoffmann, leiden die deutsch-russischen Beziehungen unter einem negativen Denken beiderseits. Solch ein dekonstruktives Denken sei der Haupthinderungsgrund für eine gute Zusammenarbeit.

Hoffmann betonte, dass die Menschen, die sich im Austausch engagieren, keine Politiker seien, sondern eher Volksdiplomatie betreiben. Und jeder einzelne setze sich dafür ein, konstruktiv tätig zu werden. Um die Menschen wieder stärker zu motivieren, müsse das Positive wieder mehr betont werden, so Hoffmann. Und Städtepartnerschaften seien das geeignete Mittel, mit dem etwas Positives geschaffen werden könne und das es deshalb zu fördern gelte. Beispiele dafür gibt es genügend. Wie das des Kreises Düren.

Dessen Landrat Wolfgang Spelthahn zeigte sich von dem Austausch auf der Konferenz erfreut und erkannte, dass die Probleme für viele Menschen in Deutschland und Russland gleicher Natur sind. Um die deutsch-russische Zusammenarbeit in der Zukunft besser zu entwickeln, bedarf es in erster Linie pragmatischer Lösungsansätze, sind sich Spelthahn und Hoffmann sicher. Zunächst gelte es, aktiv zu werden und konkrete Projekte zu entwickeln, aus denen heraus man Forderungen an die Politik richten und aufzeigen könne, in welchen Bereichen gehandelt werden muss.

Sowohl Spelthahn als auch Hoffmann setzen dabei auf die Jugend, die noch stärker als bisher in die Städtepartnerschaften einbezogen werden sollte. Wie sehr das Thema „deutschrussische Zusammenarbeit“ bewegt, zeigte in den Reaktionen der Zuhö- rer. Lebhafte Diskussionen, Erfahrungsberichte und Vorschläge unterbrachen das Gespräch immer wieder und bewiesen, dass viele Menschen gewillt sind, aktiv an der Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen teilzuhaben. 

 

Der Artikel erschien erstmals in der Moskauer Deutschen Zeitung 04/2018. 

Rubrik: Veranstaltungen

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