Am 16. Februar startete in Moskau die offene gesamtrussische Aktion „Tolles Diktat“. Die Aktion ist an den Internationalen Tag der Muttersprache der UNESCO geknüpft, der am 21. Februar begangen wird. In diesem Jahr findet das Diktat vom 16. bis 28. Februar statt. Die Teilnahme steht allen offen, die sich für die deutsche Sprache und die Kultur der Russlanddeutschen interessieren.
Die offene gesamtrussische Aktion „Tolles Diktat“ findet bereits zum 14. Mal auf Initiative von öffentlichen Organisationen der Russlanddeutschen statt. Zu den vorrangigen Zielen der Aktiongehören die Popularisierung der deutschen Sprache, Kultur und Traditionen der Russlanddeutschen sowie die Förderung der Lese- und Schreibkompetenz.
Vor einem Jahr nahmen mehr als 36.000 Teilnehmer aus 34 Ländern am Total-Diktat in Präsenz- und Online-Form teil. Für die Durchführung des Präsenz-Diktats wurden 1100 Veranstaltungsorte in 82 Regionen Russlands und fünf Ländern offiziell registriert.
Mehr als 5.000 Menschen sahen und hörten die Live-Übertragung auf der offiziellen Website der Aktion.
Am 16. Februar schrieben die Teilnehmer im Deutsch-Russischen Haus in Moskau einen Diktat auf Niveau A2. Moderiert wurde die Veranstaltung von Robert Ekke, Stand-up-Comedian und Autor von Drehbüchern für Comedy-Shows, Serien und Filme. Unter Roberts lockeren Witzenverflüchtigte sich die letzte Nervosität vor dem entscheidenden Moment – dem Schreiben des Textes nach Diktat.
Die Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, Elisaweta Graf, richteteein Grußwort an die Teilnehmer. In ihrer Rede betonte Elisaweta, dass die unterschiedlichstenMenschen am Diktat teilnehmen: sowohl kleine Kinder, die gerade erst angefangen haben, Deutsch zu lernen, als auch Erwachsene, für die Deutsch jedoch oft die Muttersprache ist.
„Deutsch wurde in der Familie gesprochen und von Generation zu Generation weitergegeben. Einige haben erst vor kurzem begonnen, Deutsch zu lernen, aber sich bereits in diese Spracheverliebt. Und das ist sehr erfreulich.“
Ich wünsche allen, die heute am Diktat teilnehmen, viel Erfolg! Lernt, bewahrt und liebt die deutsche Sprache. Finden Sie ein wenig Platz in Ihrem Herzen für diese schöne Sprache.
Die Teilnehmer wurden auch von Nailja Tschhatajewa, Methodikerin und Lehrerin der Online-Schule BerlinerDeutsch.ru, begrüßt. Nailja wies auf die Vorteile des Diktatformats hin und gab Tipps, wie man mit Fehlern klug umgehen kann:
„Das Diktat trainiert zwei wichtige Fähigkeiten: Hörverständnis und Schreiben. Außerdembehandelt es zwei wichtige Aspekte: Wortschatz und Grammatik. Ich wünsche Ihnen viel Erfolgbeim heutigen Diktat!“
Habt keine Angst, Fehler zu machen. Ein Fehler ist ein Ausgangspunkt, der euch zeigt, in welcheRichtung ihr weitergehen solltet.
Der ausgewählte Text „Der Wortjäger“ war Wladimir Iwanowitsch Dal gewidmet, einemherausragenden russischen Schriftsteller, Philosophen und Ethnografen mit deutschen Wurzeln. In diesem Jahr jährt sich sein Geburtstag zum 225. Mal. Die Großmutter des Schriftstellers war Übersetzerin aus dem Deutschen: Sie war es, die dem Jungen die Liebe zum Wort vermittelt hat. Wladimir Dal „erforschte“ sein ganzes Leben lang „Wörter“ und sammelte für sein „ErklärendesWörterbuch“ etwa 200.000 Wörter.
Der Text wurde den Teilnehmern des Diktats im DRHM von Nadeschda Tschherepanowavorgelesen, Doktorandin der Philologie, Herausgeberin der Fachzeitschrift für Deutschlehrer„Deutsch kreativ“ und Direktorin des Verbandes der Organisationen und Lehrer „Gemeinschaft der Deutschlehrer“. Als Pädagogin hob Nadeschda den Nutzen des Diktatformats hervor: „Das Diktat ist eine hervorragende Sprachübung in schriftlicher Form.
Das Diktat bietet die Möglichkeit, die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschenkennenzulernen, da die Texte auf den Biografien bekannter Vertreter der deutschen Volksgruppebasieren, die einen enormen Beitrag zur Entwicklung unseres Landes geleistet haben.
Darüber hinaus können die Texte selbst Werke bekannter russischer Literaten mit deutschenWurzeln sein oder über historische und kulturelle Besonderheiten des Volkes berichten. Man kann mit Sicherheit sagen, dass diese Aktion zur Stärkung der nationalen Identität der Russlanddeutschen beiträgt.“
Die Vorleserin wies auch darauf hin, wie positiv sich das gemeinsame Schreiben eines Textes auf die emotionale Verfassung der Teilnehmer auswirkt:
In erster Linie vermittelt eine solche Veranstaltung den Teilnehmern ein Gefühl der Zusammengehörigkeit: Während wir die deutsche Sprache lernen, arbeiten wir gemeinsam an einem gemeinsamen Projekt. Die Überprüfung der Kenntnisse tritt dabei in den Hintergrund.
Die Eindrücke der Teilnehmer waren offensichtlich. Viele betraten den Saal „Berlin” mitkonzentriertem Blick, als stünde ihnen eine wichtige Prüfung bevor. Als beim abschließendenVorlesen des Textes der letzte Satz im Saal erklang, verbreitete sich im „Berlin” eine ganz andereAtmosphäre: Seine Wände füllten sich mit fröhlichem Lachen und einem regen Austausch neuer Eindrücke.
Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der Deutscher Kultur imRahmen des Förderprogramms der Russlanddeutschen realisiert.






