„Nachtigall“: In Region Omsk fand Kinderfestival für Kultur der Russlanddeutschen statt


In der Region Omsk hat das 15. regionale Kinderfestival „Nachtigall-2022 – Solowej“ stattgefunden. Das Festival steht für Wiedergeburt, Bewahrung und Popularisierung der traditionellen Kultur der Russlanddeutschen und Entwicklung von Amateurkunst der Kinder.

Wassili Alexandrowitsch Suchomlinskij, ein sowjetischer Lehrer mit innovativen Ideen, hat sich den richtigen Bildungsprozess so vorgestellt: „Kinder sollten in einer Welt der Schönheit, der Spiele, der Märchen, der Musik, des Zeichnens, der Fantasie und der Kreativität leben.“ Man kann ohne Übertreibung sagen, dass sich die Organisatoren des 15. regionalen Kinderfestivals der russisch-deutschen Kultur „Nachtigall“ alle Mühe gegeben haben, um eine solche Atmosphäre in ihrem Projekt zu schaffen.

Das Festival hat eine lange und an Ereignissen reiche Geschichte. Das erste regionale Kinderfest „Nachtigall“ hatte im Jahr 1996 im Dorf Alexandrowka stattgefunden, und im Sommer 1998 erhielt der Feiertag den Status einer regionalen Veranstaltung. Somit wirbelte das Festkarussell die Omsker Kinder herum. Den Teilnehmern gelang es immer, die Gäste mit ihrem ständig wachsenden Können zu beeindrucken und sie mit reichen und abwechslungsreichen Ausstellungen von Kunsthandwerk zu erfreuen.

Dementsprechend ist es kaum überraschend, dass in diesem Jahr auch die Kinder der Teilnehmer der ersten Festivals an der Veranstaltung teilnahmen und die von ihren Eltern noch im vorigen Jahrhundert festgelegten Traditionen würdig fortsetzten. Insgesamt beteiligten sich am Jubiläumsfestival über 150 kreativ begeisterte Kinder und Erwachsene aus 15 Zentren der deutschen Kultur und Zentren der Kinderkreativität aus den Bezirken Ljubinski, Scherbakulski, Tarski, Tawritscheski, Poltawski und Odesski in der Omsker Region. Die zahlreichste Delegation des Festivals kam natürlich aus Asowo, dem Gastgeber des Festes. In diesem Jahr feiert der Deutsche Nationalrajon Asowo das 30-jährige Jubiläum seines Bestehens.

Nach der Tradition stellten sich die Teilnehmer des Festivals zuerst in einer festlichen Kolonne auf und trugen dabei Schilder mit den Namen der deutschen Kulturzentren, Fahnen und Luftballons. Außerdem hatten die Teilnehmer bunte Bänder mit, die sie bei der Registrierung erhalten hatten. Die feierliche Eröffnung des Festivals fand auf dem Platz vor dem Gebäude des Regionalen Zentrums für Freizeit und methodische Unterstützung statt.

Mit einem Grußwort an die Festivalteilnehmer traten Jelisaweta Graf, Chefin des Kultur- und Geschäftszentrums des Russisch-Deutschen Hauses in Omsk, und Dmitri Dieser, Chef des Deutschen Nationalrajons Asowo. Sie wünschten den Kindern einen warmen Sommer, schöne Feiertage und lustige und interessante Ferien. Dann ließen die Teilnehmer bunte Luftballons in den Himmel steigen, damit alle von dem Fest erfahren konnten!

Danach wurden alle Teilnehmer des Festivals gemäß der Farbe ihrer Bänder in sieben Teams eingeteilt. Die Teams lud man demnach ein, am ethnokulturellen Spiel „Auf der Suche nach dem Phönixvogel“ teilzunehmen. „Phönix“ heißt das Festival für erwachsene Teilnehmer, aber der Vogel Phönix selbst ist auch ein bekanntes Symbol für Wiedergeburt: Unter anderem spiegelt er die Wiedergeburt des Rajons Asowo Anfang der 1990er Jahre als deutsche territoriale Autonomie wider. Phönix steht auf dem Wappen und der Flagge von Asowo. Und für die Nachtigall ist der Vogel Phönix, wie von den Organisatoren geplant, zu einem symbolischen „älteren Freund“ geworden, der sich im Flug verirrt hatte. Demgemäß suchten die Teilnehmer nach dem richtigen Weg für den Phönix. Dazu mussten sie Aufgaben an sieben Stationen der Ethnoquest erledigen. Die Stationen befanden sich auf einem neuen gemütlichen Platz im Stadtzentrum. Jede Station sollte für ein Team 15 Minuten in Anspruch nehmen. Für jede erledigte Aufgabe gaben die Moderatoren dem Team ein Puzzleteil. Letztendlich mussten die Teilnehmer ein Bild mit einem Phönix bekommen.

An der „Tanz mit mir“-Station erlernten die Teammitglieder unter der Leitung von Marina Schuschgowa die Elemente eines deutschen Massenvolkstanzes.

Natalja Deliuran, Moderatorin der Station „Schmeckt wie bei Oma“, erzählte den Kindern von den Besonderheiten der nationalen deutschen Küche und den Geheimnissen des Kochens traditioneller deutscher Gerichte. Die Kinder bekamen demnach die Aufgabe, aus verschiedenen Zutaten, deren Namen auf Karten standen, ein Rezept für ein traditionelles deutsches Gericht (Kreblis, Rivelkuchen, Strudel etc.) zusammenzustellen. Die schnell und korrekt gelöste Aufgabe konnten alle Teams mit einem echten, frisch gebackenen Rivelkuchen feiern.

An der Station „Lieder über der Wolga“ erlernten die Kinder unter der Leitung von Moderatorin Irina Moltschanowa die traditionellen Lieder der Wolgadeutschen, die die deportierten Deutschen mit nach Sibirien gebracht und von Generation zu Generation weitergegeben hatten. Die Aufgabe für die Kinder bestand darin, ein lustiges deutsches Volkslied selbstständig zu meistern und zu singen.

„Wie Deutsche Sibirien erkundeten“ war der Name der nächsten Station der Ethnoquest, an der Moderatorinnen Aljona Golowanowa und Elina Issajewa die Kinder mit der Geschichte des Auftretens der Deutschen in der Region Omsk in kurzen Zügen vertraut machten und über die Gründung des Deutschen Nationalrajons Asowo erzählten. Am Ende beantworteten die Kinder Fragen zur Geschichte der Deutschen in der Region Omsk und des Asowschen Nationalrajons.

An der Station unter der Leitung von Marina Fink ging es laut und lustig zu. Es hieß „Wir müssen spielhaft leben“, und darauf lernten die Teilnehmer deutsche Volksspiele kennen und spielten sie natürlich sofort nach.

Der gleiche Spaß herrschte bei der Station „Sprichst du Deutsch?“ unter der Leitung von Ksenia Kasakowa und Tatjana Tkatschowa. Da konnten die Teilnehmer ihre Kenntnisse der deutschen Sprache in einer interaktiven Spielform testen.

Zusammenfassend gratulierten und bescherten die Organisatoren des Festivals den Asowschen Nationalrajon zu seinem 30-jährigen Jubiläum. „Herzlichen Glückwunsch an den Bezirk“ war der Name der kreativsten Station, an der die Kinder ihre Fantasie zeigen konnten, indem sie unter der Leitung von Marina Leonenko eine Grußkarte für Asowo bastelten. Bunte und kreative Glückwunschkarten schmückten demnach die Fassade des Gebäudes des regionalen Zentrums für Freizeit und methodische Unterstützung.

Es war dann schon Zeit, Puzzles zusammenzustellen, und die Kinder meisterten diese Aufgabe sehr schnell. Zum Schluss des Ethnospiels wurde ein riesiger Tanz- und Gesangs-Flashmob organisiert, der dem Phönix unbedingt den Weg zu seinem Nachtigall-Freund weisen sollte.

Das regionale Kinderfestival der russisch-deutschen Kultur endete mit einem großen und spektakulären Galakonzert, bei dem die Kinder ihr Talent in verschiedenen Genres der Kreativität darstellen konnten. Sänger und Tänzer, Musiker, Trapezkünstler und sogar Rockbands traten unter tosendem Applaus des Publikums auf der Bühne auf. Alle Teilnehmer des Festivals wurden mit Diplomen, Dankesschreiben und denkwürdigen Souvenirs ausgezeichnet.

Das Festival hatte der Verein der gemeinnützigen Organisationen Kultur- und Geschäftszentrum „Russisch-Deutsches Haus in Omsk“ und die Verwaltung des Deutschen Nationalrajons Asowo der Region Omsk geplant und durchgeführt. Besondere Dankesworte für die Hilfe bei der Durchführung des Projekts richten die Organisatoren an die Spezialisten des Regionalen Zentrums für Freizeit und methodische Unterstützung, des regionalen Zentrums der nationalen Kulturen und gesondert an dessen Chefin Kristina Mironowa und alle Leiter der deutschen Kulturzentren des Asowschen Nationalrajons.


Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der Deutschen Kultur im Rahmen des Förderprogramms für Russlanddeutsche in der Russischen Föderation und in Zusammenarbeit mit öffentlichen Organisationen der Russlanddeutschen in der Region Omsk organisiert.

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