03 Oktober 2017

Tatjana Jurina: „BiZ ist ein Teil unseres Lebens“


Am zweiten Tag der V. internationalen wissenschaftlich-praktischen Sprachkonferenz in Moskau wurde der offene Dialog „BiZ. 25 Jahre im Bildungsbereich der Selbstorganisation der Russlanddeutschen“ geführt.

Lehrer, Teilnehmer der Bildungsprojekte des BiZ und Vertreter der russlanddeutschen Selbstorganisation und des internationalen BiZ-Koordinationsrats haben in vier Gruppen eine Diskussion geführt. Die Themen wurden dabei vom Moderator und Gästen vorgeschlagen. Das Format der offenen Diskussion wurde dabei gezielt ausgewählt, da man somit verschiedene ethnokulturelle und Bildungsthemen aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachten kann. 

Im Laufe des Dialogs wurden aktuelle Fragen zur Selbstorganisation, neue Bildungsmethoden und Entwicklungsmöglichkeiten des BiZ erörtert. Die Gesprächsteilnehmer haben sich folgenden Fragen gestellt: Wie hat sich das Institut in den letzten 25 Jahren verändert und wie kann man es außerhalb Russlands bekannt machen? 

Laut den Teilnehmern hat sich das BiZ in seiner letzten Periode am meisten verändert. Oleg Strahler erwähnte, dass das BiZ seitdem es eine Bildungseinrichtung ist, Spezialisten ausbildet und nicht nur deren Qualifikation erhöhen kann. „Früher haben wir keine Diplome erhalten, doch heute erhalten unsere Spezialisten Staatsdiplome“. Diesen Gedanken führte Tatjana Jurina, Sprachmultiplikatorin für Erwachsenenbildung des BiZ fort: „Heute führt das BiZ nicht nur für Dozenten Qualifikationskurse durch, sondern auch für Aktivisten der Organisation. 2003-2004 entstanden neue Entwicklungsfelder. Dieses neue System hat dabei geholten, russlanddeutsche Organisationen zu vereinen. Heute  kooperiert das Institut nicht nur mit russlanddeutschen Organisationen, sondern auch mit Organisationen aus Kirigstan, der Ukraine und anderen Ländern“. 

Auch Tatjana Smirnowa, Dozentin der Staatlichen Universität Omsk und Vizepräsidentin der internationalen Assoziation zur Erforschung russlanddeutscher Geschichte und Kultur: „Wir brauchen Anlaufpunkte in den Regionen. Eine Nuance ist dabei die unwahrscheinliche Größe Russlands. Um mit diesen großen Bereich fertig zu werden, muss man delegieren. Im Ausland können wir Praktika ermöglichen. Da gibt es Nachfragen. Wir müssen diese Nische nutzen“. 

An der Diskussion nahm ebenso der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, teil. 

Als Moderator fungierte Nikolaj Solodnikow, Leiter des Projekts „Okrytaja biblioteka. Dialogi“.


Die V. internationale wissenschaftlich-praktische Sprachkonferenz zum Thema Deutsche aus Russland: Lebenslanges Sprachenlernen. Motivation. Potenzial. Modelle findet vom 1.-4. Oktoberin Moskau statt. 

Im Rahmen der Konferenz werden Vorträger führender Experten zum Thema der deutschen Sprache gehalten, Podiumsdiskussionen geführt und die Preisverleihung des VI. gesamtrussischen Wettbewerbs Freunde der deutschen Sprache abgehalten. 

Organisatoren: der Internationale Verband der deutschen Kultur sowie das Insitut für ethnokulturelle Bildung. Arbeitssprachen sind Deutsch und Russisch. 

Rubrik: BiZ, Sprachkonferenz

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