Ergebnisse der Aktion „Tolles Diktat – 2022“

An der zehnten gesamtrussischen Jubiläums-Aktion „Tolles Diktat“, die vom 21. bis 27. Februar stattfand, nahmen mehr als 72.000 Menschen aus 36 Ländern und 77 Regionen Russlands teil. Die Aktion findet einmal jährlich statt und ist traditionell zeitlich auf den Internationalen Tag der Muttersprache der UNESCO abgestimmt.

In diesem Jahr wurde die Veranstaltung in einem Hybrid-Format durchgeführt. Das offene deutsche Diktat der Sprachniveaus A1 bis C1 konnte jeder sowohl online als auch offline in Moskau und anderen Städten Russlands sowie im Ausland schreiben.

Am 21. Februar nahmen 7.321 Menschen aus Russland, Kasachstan, Kroatien, Montenegro, Deutschland, Usbekistan und vielen anderen Ländern an der Online-Übertragung teil. In diesem Jahr nahmen zum ersten Mal auch Teilnehmende aus Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten teil.

Die Online-Übertragung wurde von der Expertin für Sprach- und Sprechentwicklung, Kristina Granik, und dem Fernsehmoderator Iwan Gostew (Tonnings) moderiert.

Die Themen, die für das offene deutsche Diktat gewählt wurden, waren die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes und der Traditionen der Russlanddeutschen.

Für das Niveau A2 wurde ein Auszug aus einem Artikel der Moskauer Deutschen Zeitung über Adolf Walters Erzählungen „Schwänke aus Sibirien: Wenn russisches Leben auf deutschen Humor trifft“ vorbereitet. Gelesen wurde er von der Sprachassistentin am Goethe-Institut, Jelisaweta Muhina.

Die deutsche Schriftstellerin Katharina Martin-Virolainen las einen Auszug aus ihrem Roman „Die Stille bei Neu-Landau“ für das Sprachniveau B1.

Für das Diktat des Niveaus C1 wurde von Anna Rausch, Ratsmitglied des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland (JSDR) und Referentin für Jugendarbeit, der Artikel „Traditionen“ aus der Jugendzeitschrift WarumDarum verlesen.

Die Gewinner der ersten drei Plätze waren die Teilnehmenden, die das Diktat fehlerfrei oder mit den wenigsten Fehlern geschrieben haben: 1. Platz – 0 Fehler, 2. Platz – nicht mehr als ein Fehler, 3. Platz – nicht mehr als zwei Fehler.

Aus den Ergebnissen des Online-Diktats gingen 190 Teilnehmende als Gewinner hervor.

In ganz Russland wurden 1.617 offene Standorte für die Aktion organisiert, bei denen 64.763 Menschen ihre Deutschkenntnisse vor Ort testen konnten.

Am 25. Februar wurde das „Tolle Diktat“ im Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen „Deutsch-Russisches Haus in Moskau“ geschrieben. Guido Kemmerling, Leiter der Kulturabteilung der deutschen Botschaft in Moskau, verlas das Diktat für Teilnehmende des Sprachniveaus A2. Er selbst hat Russisch gelernt und weiß daher aus erster Hand, wie schwierig es ist, eine Fremdsprache zu lernen und wie viel Energie es erfordert, aber gleichzeitig bereitet es auch große Freude. Der Vertreter der Botschaft wünscht den Teilnehmenden, dass das Erlernen der deutschen Sprache immer Spaß machen und neue Möglichkeiten eröffnen möge.

Unter den 54 Teilnehmenden, die das Diktat vor Ort in Moskau geschrieben haben, wurden acht Gewinner ausgewählt.

Dies waren: 1. Platz – Natalja Plaxina (Moskau); 2. Platz – Irina Pintschuk (Moskau), Elena Salitowa (Dorf Goluboe, Gebiet Moskau), Olga Malinina (Moskau); 3. Platz – Irina Kulakowa (Moskau), Nelli Artes (Ufa), Alexej Sedow (Moskau), Ljudmila Schukina (Brjansk).

Die Gesamtzahl der Gewinner, die das Diktat vor Ort an den offenen Standorten in den Regionen Russlands und anderen Ländern geschrieben haben, beläuft sich auf mehr als 10.000 Menschen.

Bibigul Nugumanowa, Leiterin der gesellschaftlichen Stiftung „Deutsch verbindet“, spricht über die Aufmerksamkeit, die der Aktion „Tolles Diktat“ in Kasachstan zuteilwird:

„Dieses Projekt wird in Kasachstan schon seit vielen Jahren durchgeführt. Und ich freue mich, dass sich alle auf diese Aktion freuen und mit Freude daran teilnehmen. Es ist sehr wichtig, so viele dieser Veranstaltungen wie möglich durchzuführen, damit die künftigen Generationen der Russlanddeutschen ihre Identität erkennen, die Kinder stolz auf ihre Nationalität sind und mit Liebe zu ihrem Volk, ihrer Sprache und ihren Traditionen erzogen werden.“

Die Leiterin der Stiftung erzählte auch, wie die deutsche Sprache zu einem Teil ihres Lebens wurde.

„Im Jahr 1985 begann ich mein Studium an dem nach Schoqan Valikhanov benannten Pädagogischen Institut in Kökschetau. Der deutsche Lehrstuhl galt als der wichtigste der Universität. Die Lehrkräfte waren erstklassige Fachleute, die die Sprache perfekt beherrschten und uns fünf Jahre lang die deutsche Kultur, Traditionen und Bräuche nahebrachten. Darüber hinaus wurde unter der Leitung von Valentin Maier die Gesangsgruppe ‚Gaudeamus‘ gegründet, in der wir aktiv mitwirkten und häufig zu Gast beim Republikanischen Deutschen Dramatheater in Temirtau waren und bei verschiedenen Festivals und Wettbewerben auftraten. Ich glaube, wir waren uns nicht einmal bewusst, welchen Beitrag wir zum Leben des deutschen Volkes sowie zur Popularisierung der Sprache und der kulturellen Traditionen leisteten.

Als Kasachin waren mir die Feinheiten der nationalen Kultur der Russlanddeutschen anfangs fremd. Die Teilnahme an den Festivals gab mir jedoch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die deutsche Kultur und das Leben der Menschen kennenzulernen. Ich wollte einen nützlichen Beitrag leisten und somit zog es mich zur gemeinnützigen Arbeit. Auch jetzt versuche ich, aktiv zu sein und andere Menschen zu inspirieren.

Und wenn man Worte der Dankbarkeit von den eigenen Kollegen hört, wenn es ein Feedback gibt, empfindet man Freude und ein großes Glücksgefühl. Einst war unser deutscher Lehrstuhl in Kasachstan einer der Bedeutendsten. Später verließen viele der Lehrkräfte das Institut, und die Sprache wurde nicht mehr so gebraucht wie früher. Es war sehr frustrierend, und es kam mir der Gedanke, warum wir die Sprache überhaupt gelernt haben. Heute habe ich die Antwort auf diese Frage gefunden.“


Die Gewinner der Aktion erhalten elektronische Urkunden, die im Benutzerkonto zu finden sind. Diese stehen bereits unter der Rubrik „Zertifikate und Urkunden“ zum Download bereit. Weitere Informationen über die Ergebnisse der Aktion „Tolles Diktat“ und die vollständige Liste der Gewinner finden Sie auf der offiziellen Website der gesamtrussischen Aktion.

Die Organisatoren: Der Internationale Verband der deutschen Kultur, das Russisch-Deutsche Haus Tomsk und die Online-Schule der deutschen Sprache „Deutsch Online“.

Unterstützung durch Informationsquellen: Die Moskauer Deutsche Zeitung, das russischsprachige Nachrichten- und Informationsportal in Berlin „BERLIN24“, das Jugendinformationsportal in Tjumen und dem Gebiet Tjumen „Moi-portal“ und das Informationsportal der Russlanddeutschen RusDeutsch.

Übersetzt aus dem Russischen von Evelyn Ruge

Rubriken: Tolles Diktat