Im Januar durfte der russlanddeutsche Fußballverein „Stern“ aus Krasnodar sein erstes Jubiläum feiern. Fünf Jahre voller Energie, Erfolg und Gemeinschaft liegen hinter ihm. Der Klub wächst rasant, gewinnt die Herzen der Fans und holt beeindruckende Ergebnisse in den regionalen Wettbewerben Krasnodars. Doch wie alles begann und wie der Verein heute dasteht, erzählen wir in diesem Bericht.
Im Jahr 2020 zog Ruslan Hochnadel, ein Russlanddeutscher aus dem Gebiet Omsk, nach Krasnodar. Ruslan brachte eine Menge Erfahrung im Fußball mit, war mutig, ideenreich und leidenschaftlich bei der Sache. Zuvor hatte er im Deutschen Nationalrayon Asowo den Fußballverein „Stern“ gegründet und ihn dort auch weiterentwickelt.
Die Idee, hier vor Ort einen nationalen Klub zu gründen, wurde durch die aktive deutschstämmige Gemeinschaft in Krasnodar und Umgebung inspiriert. Ruslan suchte Gleichgesinnte – eine nicht einfache Aufgabe. Doch seine Begeisterung fand Unterstützung bei Ruslan Weber, dem Vorsitzenden der Deutschen national-kulturellen Autonomie in Anapa. Weber erinnert sich:
Ich glaubte an dieses Projekt. Ruslan Hochnadel ist ein großartiger Motivator.
„Damals war die Vereinigung der Russlanddeutschen in Anapa noch sehr jung. Wir hatten praktisch nichts. Wir beschlossen, den Sport zu fördern und erregten dadurch mit der Zeit eine große Aufmerksamkeit.“

Gründer und Sportdirektor des FC „Stern“ Ruslan Hochnadel und FC-Präsident Ruslan Weber bei der Preisverleihung des Fußballvereins für seinen Beitrag zu den zwischennationalen Beziehungen in Anapa
So wurde im Januar 2021 der russlanddeutsche Fußballverein „Stern“ gegründet und begann seine sportliche Karriere unter dem Dach einer jungen, aber sehr aktiven öffentlichen Organisation der Russlanddeutschen in Anapa.
Heute hat „Stern“ seinen Sitz in Krasnodar und ist ein multinationaler Verein. Das Hauptziel: Förderung der interkulturellen Beziehungen und Integration in der Region.
„Ursprünglich war geplant, einen Klub nur für Einwohner Krasnodars mit deutschem Hintergrund zu schaffen. Doch angesichts der harten Konkurrenz entschieden wir uns, eine multinationale Mannschaft zu formieren.
Da das Wettbewerbsniveau stetig steigt, muss auch der Kader entsprechend angepasst werden. Wir arbeiten gemeinsam mit dem Trainerstab intensiv an der Spielerauswahl.
Der Verein wächst stetig. Über die Jahre haben rund 200 Spieler den Klub durchlaufen. Viele sind seit den Anfängen dabei. Neben Russlanddeutschen sind inzwischen auch Sportler anderen Nationalitäten Teil des Teams, beispielsweise Afrikaner und Araber. Der Geist ist kameradschaftlich und respektvoll – Konflikte gab es nie. Es erfüllt mich mit Stolz, eine so freundliche Atmosphäre schaffen zu können“, erklärt Hochnadel.
Schon im ersten Jahr erreichte „Stern“ den Platz 5 von 20 Mannschaften in der Dinskij-Kreismeisterschaft der Region Krasnodar – ein vielversprechender Start. Die erste Fußballsaison des Teams war herausfordernd, aber schon damals erregte es Aufmerksamkeit, und sein Erfolg wurde sowohl innerhalb der Fußballgemeinschaft als auch von der Selbstorganisation der Russlanddeutschen auf föderalen Ebenen anerkannt.
In der Fußballsaison 2021–2022 wurde der Klub „Stern“ als bester Amateurverein in der Region Krasnodar beim Gesamtrussischen Wettbewerb „Russland – das fußballbegeisterte Land“ ausgezeichnet, veranstaltet vom Russischen Fußballverband. Zudem erhielt die Mannschaft 2022 einen Zuschuss des Gesamtrussischen Förderwettbewerbs „Russlanddeutsche in der Avantgarde der Zukunft“.
„Die Anerkennung war ein Meilenstein“, betont der Präsident des Vereins Ruslan Weber. „Wir begannen, uns als professioneller Fußballverein zu positionieren, erhielten Anerkennung vom Sportverband der Stadt Krasnodar und spielten in vielen Meisterschaften.
Wir gelten in der Stadt Krasnodar als ein großer Profiverein mit Disziplin und Teamgeist.
Selbst bei Niederlagen bleiben wir gelassen – der Trainer arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen. Darüber hinaus erzählen wir durch den Fußball die Geschichte der Russlanddeutschen und bewahren unsere Identität und das kulturelle Erbe.“
Im Jahr 2023 schloss sich Wladimir Kun, Vorsitzender der Deutschen national-kulturellen Autonomie der Region Krasnodar, dem Verein an. Als geschäftsführender Direktor fördert er das Team aktiv und hilft bei der Expansion.
2024 wurde eine bedeutende Veränderung vollzogen: Der FC „Stern“ vereinte sich mit dem FC „Energy“ der Stadt Krasnodar und trat künftig als „Stern Energy“ auf. Alexander Petrik, ein Profi-Fußballer und Fußballtrainer mit über zwanzig Jahren Erfahrung, wurde Cheftrainer. Er beschreibt die Bedeutung des Sports so:
Fußball ist für mich nicht nur ein Spiel, sondern Teil meines Lebens. Daher fällt es mir leicht, die Qualität und das Potenzial eines Spielers zu erkennen.
„Viele Spieler wollten Teil unseres Teams sein, aber nicht jeder ist auf dem Niveau, das ‚Stern‘ aktuell hat. Wir haben uns Tag für Tag individuell und als Team weiterentwickelt. Unsere Gegner begannen, uns zu respektieren und uns ernst zu nehmen. Heute ist ‚Stern Energy‘ bereits ein solides Mittelfeldverein der Premier League. Glaubt mir, das ist viel wert. Das Team ist international, und die Sprachbarriere führt natürlich zu Kommunikationsschwierigkeiten, aber nicht auf dem Fußballfeld…“
Fußball ist ein Spiel für die ganze Welt, und auf dem Spielfeld gibt es nur eine Sprache – die Sprache des Fußballs. Jeder versteht alles!
In den fünf Jahren seines Bestehens hat der FC „Stern“ beachtliche Erfolge erzielt: 2023 gewann das Team im Winterturnier Krasnodars (3. Liga), 2024 im Sommerturnier Krasnodars (1. Liga) und 2025 gewann die Mannschaft den Pokal des Sportverbands der Stadt Krasnodar – ein bedeutender sportlicher Erfolg auf regionaler Ebene.
In dieser Saison hat der Verein ein neues Niveau erreicht und spielt im Winterturnier Krasnodars (Premjer-Liga). Derzeit befindet sich der FC „Stern Energy“ im Mittelfeld der Tabelle und hat alle Chancen, sich unter die ersten Fünf des Turniers zu qualifizieren. Allerdings steht das Team aktuell vor einigen Herausforderungen, die den Weg zur Meisterschaft verlangsamen könnten.
„Unsere Ergebnisse kommen, auch wenn es manchmal langsam geht“, erklärt Alexander Petrik. „Die Ressourcen sind begrenzt – die Miete für die Trainingsplätze ist teuer. Trotzdem geben wir nicht auf.
Alle Spieler im Team haben eine Fußball-Ausbildung, und wir könnten viel stärker werden, wenn wir die Möglichkeit zum Training hätten.
Ich hoffe, dass stabilere Zeiten anbrechen. Vielen Dank an die Vereinsführung, die ihr Möglichstes tut!“
Der Wunschtraum des Vereins ist es, einen echten Hauptsponsor zu finden, um den Klub aktiv voranzubringen und ihn mit allem Notwendigen auszustatten, damit die gesetzten Ziele erreicht werden können.
Der Fußballverein „Stern Energy“ ist nicht nur im sportlichen Bereich aktiv. Als Vertreter der russlanddeutschen Gemeinschaft in der Region Krasnodar engagieren sich die Mitglieder des Vereins stets gern dafür, Menschen mit der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen vertraut zu machen.
Eines unserer Hauptziele ist es, deutlich zu machen, dass die Russlanddeutschen in der Region Krasnodar leben und aktiv tätig sind. Für viele Einwohner ist das eine neue Erkenntnis.
„Wir nahmen auf Einladung der Verwaltung des Wyselkowskij-Rayons der Region Krasnodar an den Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum des Rayons teil. Unser Verein spielte gegen eine lokale Mannschaft. Die Gäste des Festes fragten interessiert, woher wir, die Deutschen, herkommen. Und wir erzählten mit den Team-Mitgliedern von Katharina der Großen, ihr Manifest und anderen wichtigen historischen Ereignissen zur Geschichte der Russlanddeutschen. Die meisten hatten gar nicht gewusst, dass es heutzutage eine Gemeinschaft der Russlanddeutschen gibt. Viele stellten neugierige Fragen, hörten aufmerksam zu und äußerten ihre Meinungen. Wir wurden auch nach Anapa, Armawir eingeladen, haben uns dort mit lokalen Mannschaften und Fans getroffen. Außerdem nehmen wir an verschiedenen Veranstaltungen in Krasnodar teil. Auf unseren Trikots sind deutsche und russische Symbole zu sehen und überall positionieren wir uns als Verein der Russlanddeutschen. Das ist mir als Gründer des Fußballvereins sehr wichtig: Dass wir in die kubanische Fußballgemeinschaft aufgenommen wurden“, erzählt Ruslan Hochnadel.
Der Fußballverein „Stern Energy“ führt ebenfalls diverse sportliche und Bildungsaktionen durch. Eine besondere Initiative war das Kinder- und Jugendfußballfestival „Stern Cup 2024“, unterstützt durch die Deutsche national-kulturelle Autonomie der Stadt Anapa und die Deutsche national-kulturelle Autonomie der Stadt Armawir. Das Turnier zum Tag der Einheit des Volkes in Russland zog über 50 Mannschaften aus drei Altersgruppen aus der ganzen Region Krasnodar an. Es war ein großes Ereignis sowohl für den Verein als auch für die gesamte Fußballgemeinschaft Krasnodars: Mehr als 200 Teilnehmer, ebenso viele Fans. Auszeichnungen wurden nicht nur an die Gewinner, sondern auch an alle Teilnehmer des Turniers überreicht. Durch diese Initiative erfuhren hunderte Menschen von der Gemeinschaft der Russlanddeutschen in Krasnodar.
Derzeit sucht die Vereinsleitung aktiv nach Förderungen, auch durch Wettbewerbe, um 2026 – im Jahr der Völkervereinigung Russlands – ein ähnliches Kinder- und Jugendfestival auszurichten. Dabei sollen neben sportlichen Wettbewerben auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Ruslan Hochnadel berichtet: „Ich möchte eine positive Tendenz feststellen: In den letzten zwei Jahren sind deutlich mehr Fans aus der Gemeinschaft der Russlanddeutschen gekommen. Die Zahl der Familien mit Kindern, die unsere Spiele besuchen, ist enorm gestiegen.“
Mein Ziel ist es, die Spiele unseres Vereins zu einem Einziehungspunkt für alle Russlanddeutschen in der Region zu machen.
Parallel zum Erwachsenenteam arbeitet in Krasnodar auch der Kinder-Fußballverein „Stern-kids“, der Trainings- und Lernveranstaltungen anbietet und junge Talente auf unterschiedliche Turniere vorbereitet.
Es ist erwähnenswert, dass die Mitglieder des FC „Stern Energy“ regelmäßig ehrenamtlich tätig sind und wichtige wohltätige Projekte unterstützen.

Wladimir Balzer, Ruslan Hochnadel und Alexander Petrik mit Auszeichnungen für den Sieg in der Ersten Liga der Stadt Krasnodar
Der Fußballklub lebt ein lebendiges und abwechslungsreiches Vereinsleben. Er ist eine aktive Plattform zur Ausbildung von Top-Fußballern, was ihn in der Fußballszene äußerst attraktiv macht.
„Die regelmäßigen Teilnahmen an Stadtwettbewerben, das stetige Wachstum unseres Teams, die hohen Ergebnisse und die erfahrenen Trainer motivieren mich, seit fünf Jahren Teil des Vereins ‚Stern‘ zu sein. Im Namen des gesamten Teams möchte ich dem Vereinsvorstand – in Person von Ruslan Weber, Ruslan Hochnadel und Wladimir Balzer – sowie dem Trainerstab für ihre Professionalität, kontinuierliche Unterstützung und das Vertrauen in die Mannschaft danken“, sagt der Spieler Ewgeni Schewtschenko.
Ein besonderer Dank geht an den Vorsitzenden der Deutschen national-kulturellen Autonomie der Region Krasnodar, Wladimir Kun, unter dessen Leitung sich der Fußballverein weiterentwickelt, aktiv am kulturellen Leben der Region beteiligt ist und die Bedeutung des Fußballs als Mittel der multilateralen Interaktion zeigt: „Wladimir Kun zeigt stets echtes Interesse an der Tätigkeit des Teams, unterstützt es nach Kräften und trägt dazu bei, das Bild des Russlanddeutschen als aktiver Bürger seines Landes zu stärken.“
Wir sind überzeugt, dass eine verstärkte Zusammenarbeit dazu beitragen wird, die Werte des sportlichen Geistes und des kulturellen Erbes in der breiten Öffentlichkeit zu fördern und die Popularisierung von Sport und einem gesunden Lebensstil voranzutreiben.
Der Fußballverein „Stern Energy“ ist somit ein dynamisches und vielversprechendes Team in der Region, das zu einer Trainingsstätte für die russlanddeutsch Fußballnationalmannschaft werden und der jüngeren Generation von Fußballern in der Region und darüber hinaus als inspirierendes Beispiel dienen kann.
Der Verein freut sich auf Kooperationen und lädt alle Fußballfans herzlich ein, die Spiele in Krasnodar zu besuchen. Weitere Informationen über den Verein und den Spielplan gibt es in der Gruppe des FC im sozialen Netzwerk „VKontakte“ und im Kanal „FC ‚Stern Energy‘“ im Telegram.
Wir wünschen dem Verein viel Erfolg und weitere Siege!





