17. September 2021

„Kreativakademie für junge Russlanddeutsche“ erfolgreich beendet


Am 12. September fand im Rahmen der Eröffnung der Kultursaison 2021/2022 im Deutsch-Russischen Haus in Moskau eine Leseinszenierung der Erzählung „Wermutstannenbaum“ von Olga Kolpakowa statt. Mit dieser Aufführung ging die Arbeit des jährlichen föderalen Projektes des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur „Kreativakademie für junge Russlanddeutsche 2021“ zu Ende.

Während der vier Tage konnten die Teilnehmer der Kreativakademie verschiedene Workshops und Vorträge in den folgenden Bereichen besuchen: „Theatralische Traditionen der Russlanddeutschen“, „Historische Theatertänze der Russlanddeutschen“, Klub der Freunde der deutschen Sprache: Deutsch durch Theater, ein Vortrag und Workshop zum Erstellen eines Dokumentarfilms und ein Vortrag und Workshop zum Thema „Videoblogging“ (Erstellung und Führung eines Blogs auf YouTube).

Der Höhepunkt des Projekts war jedoch die Vorbereitung einer Leseinszenierung mit dem Titel „Weihnachten bleibt immer ein Fest“ auf der Grundlage von Olga Kolpakowas Geschichte „Wermutstannenbaum“ unter der Regie von Polina Saharowa (Tjumen), der Direktorin des Theaters „Mimikrija“ und Organisatorin von gesamtrussischen und internationalen Festivals. Die Inszenierung wurde von dem Komponisten und Songwriter Boris Geist musikalisch begleitet.

„Wermutstannenbaum“ ist eine rührende und etwas traurige Geschichte, die von Marijche aufrichtig erzählt wird. Sie ist ein kleines russlanddeutsches Mädchen, das während des Großen Vaterländischen Krieges nicht nur all die schrecklichen Taten miterleben musste, die ihr Land erlitt, sondern auch das tragische Schicksal von Hunderttausenden von Russlanddeutschen, die nach Sibirien deportiert wurden, ohne in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen.

„Das Leben in Sibirien während des Krieges und der schrecklichen Hungersnot aus der Sicht eines Kindes ist kein Kampf um ein zerbrechliches Leben, sondern eher ein ungewöhnliches, seltsames, aber lebendiges Leben.

Für Kinder wird die Suche nach Lebensmitteln zum Abenteuer und die Glückseligkeit begann beim Schlittschuhlaufen auf dem Eis mit den einzigen Walenki für die ganze Familie und einer Handvoll Sonnenblumenkerne zu Weihnachten. Es war für mich interessant, diese Zeit mit denselben Augen zu betrachten und zu sehen, wie es einem Kind durch diese unmenschlichen Ereignisse möglich war, an ein Wunder zu glauben und somit seine Kindheit zu retten.

Deshalb erinnerten sich die Jugendlichen in der Abschlussinszenierung auch an ihre Kindheit und an die Dinge, die ihnen noch immer wichtig sind und die sie in schwierigen Zeiten trösten. Wir wollten, dass das Publikum darüber nachdenkt, wie wichtig es ist, sein Leben zu schätzen und seine Kindheitsträume zu bewahren“, sagte die Regisseurin Polina Saharowa über ihre Arbeit.

Olga Martens, erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, teilte ebenfalls ihre Eindrücke über die Inszenierung:

„Ich erinnerte mich an die erste Gruppe der Kreativakademie. Damals war ich Vorsitzende des Jugendrings der Russlandeutschen. Wir haben ein Theaterstück aufgeführt, das nach der Erzählung ‚Unser Hof‘ von Hugo Wormsbecher basiert. Ich stand hinter dem Vorhang und weinte. So war es auch heute. Mir liefen die Tränen über die Wangen. Vielen Dank, dass ihr dieses Werk ausgewählt habt“.


Die Veranstaltung wird im Rahmen des Unterstützungsprogramms für Russlanddeutsche in der Russischen Föderation durchgeführt.

Übersetzt aus dem Russischen von Evelyn Ruge

Rubrik: Eliteförderung/Avantgarde

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