Am 18. April hat im Deutsch-Russischen Haus in Moskau die Abschlussfeier der ethnokulturellen Sprachclubsaison stattgefunden. Die Teilnehmenden besprachen die Ergebnisse der Arbeit, präsentierten kreative Darbietungen und betonten in ungezwungener Atmosphäre die Bedeutung des Erhalts der Sprache, der Traditionen und der kulturellen Identität der Russlanddeutschen.
Sprach- und ethnokulturelle Clubs bieten einen besonderen Raum, in dem die Teilnehmenden nicht nur Deutsch üben, sondern auch in die Traditionen und Bräuche ihrer Vorfahren eintauchen. Das Projekt hat zum Ziel, die Russlanddeutschen zu unterstützen, ihre ethnische Identität zu bewahren und ihr kulturelles Erbe zu fördern. Die Clubtreffen stehen allen Einwohnern Moskaus und des Gebietes Moskau offen und finden im Kultur- und Geschäftszentrum des Deutsch-Russischen Hauses in Moskau statt, das als Veranstaltungsort für gesellschaftlich bedeutsame und ethnokulturelle Initiativen dient.
Beim ersten Teil der Abschlussfeier kamen die erwachsenen Teilnehmenden des Deutsch-Sprachclubs „Hallo Nachbarn! Neu“ zusammen. Der Abend wurde von Komiker Robert Ecke moderiert, und Taissija Beljakowa, leitende Managerin desInternationalen Verbandes der deutschen Kultur, hielt eine Begrüßungsrede an die Gäste.
Das Konzertprogramm war abwechslungsreich und vielfältig. Der Muttersprachler und Entertainer Marko Ehlert, ein besonderer Gast der Veranstaltung, eröffnete den Abend mit dem Lied „Hallo Nachbarn – Unser Fest“. Anschließend traten Senioren auf und trugen Sprichwörter und Gedichte vor sowie das Lied „Susanna“.
Auch die Clubmitglieder präsentierten kreative Darbietungen: Gruppe 12 unter der Leitung von Olessja Wdowina sang „Alle Knospen springen auf“, Gruppe 16 unter der Leitung von Sofia Gauer präsentierte die Mini-Aufführung „Einfach Kwaschino“ und Gruppe 14 führte das Theaterstück „Turnip“ („Repka“, ein russisches Volksmärchen) auf.
Akustikversion von „Barfuß am Klavier“, aufgeführt von Alina Gelesetdinowa, schuf eine besondere Atmosphäre. Den krönenden Abschluss des Abends bildete Marco Ehlerts Darbietung seiner deutschen Originalübersetzung von „33 Kühe“.
Nach dem Konzert tauschten sich die Gäste bei einer Kaffeepause in ungezwungener Atmosphäre aus und diskutierten Eindrücke und Zukunftspläne. Olessja Wdowina, Leiterin der Gruppe 12, teilte mit: „Ich habe großen Spaß an derVeranstaltung gehabt. Wir haben uns lange und akribisch darauf vorbereitet. Es war wunderbar zu sehen, wie alle Teilnehmer mitreißende, qualitativ hochwertige und wirklich lebendige Stücke präsentierten. Besonders wichtig war uns, dass sie auf Deutsch vorgetragen wurden. Meine Gruppe und ich wählten das Thema Frühling und Ostern. Wir wollten die Musik in den Vordergrund stellen, da wir alle über ausgezeichnete Gesangsfähigkeiten verfügen. Alina unterstützte diese Idee und spielte die Gitarrenbegleitung – das Ergebnis war ein harmonisches und, wie wir finden, sehr gefühlvolles Stück.“
Der deutschsprachige Marco Ehlert teilte ebenfalls seine Eindrücke von der Veranstaltung: „Dieser Tag war wunderbar und hat viele bleibende Eindrücke hinterlassen – ein wirklich schöner Saisonabschluss. Ich bin begeistert von dem Enthusiasmus, mit dem die Teilnehmer ihre Darbietungen vorbereitet haben, und von der Freude, die sie beim Auftritt gezeigt haben.“
Die Energie und Motivation waren durchweg spürbar – sie waren erstklassig!
„Ich genieße es sehr, hier Deutsch zu üben, und bin meiner Clubleiterin TaissijaBeljakowa von Herzen dankbar. Innerhalb von zwei Jahren hat sie uns praktisch von Start auf Deutsch beigebracht. Besonders wertvoll ist, dass die Teilnehmer trotz Alltagssorgen, Arbeit und Familie die Zeit und Energie gefunden haben, so hochwertige und durchdachte Darbietungen vorzubereiten. Das schafft eine starke, eng verbundene Gemeinschaft, die es zu fördern und weiterzuentwickeln gilt. Ich bin wirklich beeindruckt“, so Veranstaltungsleiter Robert Ecke.
Heute war gewissermaßen der Höhepunkt unserer Arbeit: Fast alles wurde auf Deutsch gesprochen – und ich habe alles verstanden. Das ist wahrlich eine großartige Leistung.
Taissija Beljakowa, leitende Managerin des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, erklärte: „Ich bin den Clubleitern zutiefst dankbar. Als Lehrerin weiß ich, wie anspruchsvoll und gleichzeitig bereichernd diese Arbeit ist. Die heutige Veranstaltung spiegelte ihre Gruppenarbeit wider: Es ist deutlich zu sehen, dass die Teilnehmer nicht nur Wissen erworben, sondern auch zu echten Teams geworden sind.
Jede Gruppe ist sehr eng verbunden, und genau deshalb konnten wir dieses Ergebnis erzielen. Alle Teilnehmer sind unglaublich talentiert. Ihre Sprachkenntnisse haben sich in diesem Jahr deutlich verbessert – und das ist zweifellos ein großer Erfolg für jeden von uns.
Der Saisonabschluss war ein bemerkenswerter Höhepunkt der Clubarbeit und bestätigte einmal mehr, dass die Sprache und Kultur der Russlanddeutschen dank der aktiven Beteiligung der Gemeinschaft und des Interesses der neuen Generationen weiterhin lebendig bleiben und sich weiterentwickeln.“
Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Rahmen des Unterstützungsprogramms für Russlanddeutsche in der Russischen Föderation umgesetzt.






