„Tolles Diktat“ wurde in 77 Regionen Russlands offline geschrieben

Vom 21. bis 27. Februar fand zum 10. Mal die gesamtrussische offene Aktion „Tolles Diktat“ statt. Jeder Interessierte konnte das deutsche Diktat der Niveaustufen A2, B1 und C1 online oder an einem der organisierten Standorte schreiben. Im Folgenden wird der Ablauf der Aktion in den Begegnungszentren der Russlanddeutschen geschildert.

Die Aktion „Tolles Diktat“ startete im Gebiet Tomsk am Internationalen Tag der Muttersprache, dem 21. Februar. Der Hauptveranstaltungsort war das Deutsch-Russische Haus. Mehr als 40 Personen kamen, um ihr Wissen zu testen. Texte mit unterschiedlichen Niveaustufen wurden von den Leitern deutscher Sprachklubs am RDH und von Muttersprachlern aus Deutschland gelesen.

Am 22. Februar fand die Aktion im Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen in Kaliningrad statt. Die Teilnehmenden – Bewohner der Region, Aktivisten des Jugendklubs „RuDeKinder“ und Besucher von Sprach- und ethnokulturellen Klubs – wurden von Roman Gennich, Vorsitzender des Kultur- und Geschäftszentrums der Russlanddeutschen in Kaliningrad, und Hans Günther Mattern, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kaliningrad, begrüßt. Der Text mit der Niveaustufe A2 wurde von Herrn Mattern vorgelesen.

Das Zentrum für kulturell-geschäftliche Zusammenarbeit „Deutsche im Altai“ führte die Aktion in Barnaul gleich an zwei Orten durch: im Zentrum „Mein Business“ und im Altaier Transporttechnikum. Für das Diktat wurde ein Auszug aus einem Artikel der Moskauer Deutschen Zeitung über Adolf Walters Erzählungen „Schwänke aus Sibirien: Wenn russisches Leben auf deutschen Humor trifft“ vorbereitet. Alex Steinborn, Assistent im Goethe-Institut in Barnaul, hat diesen Text für das Diktat vorgelesen.

Im Gebiet Omsk nahmen rund 400 Teilnehmende aus den Stadtkreisen Asowo, Bolscheretschensk, Ljubinsk, Isilkulsk, Odessa, Poltawsk und Omsk, dem Kirchdorf Litkowka und der Stadt Tara teil. Schulen und Zentren der deutschen Kultur waren offene Standorte. In der Regionalhauptstadt – im Kultur- und Geschäftszentrum „Deutsch-Russisches Haus in Omsk“ – nahmen fast 100 Personen an dem Diktat teil, von denen die meisten Schüler und Studierende waren. Darüber hinaus haben sich viele Teilnehmende dafür entschieden, das Diktat online zu schreiben, nachdem sie von dieser Möglichkeit erfahren hatten.

„Für das Gebiet Omsk war die diesjährige Aktion „Tolles Diktat“ von besonderer Bedeutung: Der Text handelte von unserem Landsmann, dem bekannten Meister der Schwänke, Adolf Walter, den wir alle kennen und besonders schätzen. Bei vielen Projekten erzählte er persönlich seine Schwänke. Wir sind stolz darauf, dass unser Landsmann nicht nur in Russland, sondern auch in anderen Ländern Gehör gefunden hat“, sagt Elisaweta Graf, Leiterin des Kultur- und Geschäftszentrums.

Die Einwohner von Jekaterinburg, die Deutsch lernen und ihre Kenntnisse testen wollten, konnten im Rahmen der Aktion Diktate der Niveaustufen A2, B1 und C1 schreiben. Schüler, Studierende, Mitglieder des Sprachklubs „Hallo Nachbarn! Neu“ und andere schrieben am 22., 24. und 25. Februar das Diktat im Kultur- und Geschäftszentrum.

Am 25. Februar hatten die Bürgerinnen und Bürger von Nowosibirsk die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu testen. Viktor Protokowilo, stellvertretender Direktor des Deutsch-Russischen Hauses des Gebietes Nowosibirsk, wies in seiner Begrüßungsrede an die Teilnehmenden der Aktion darauf hin, dass die Sprache die nationalen Besonderheiten der Menschen widerspiegelt, sie über ihre Mentalität informiert und ein integraler Bestandteil der Kultur ist. Maria Meiniz, Vertreterin des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Nowosibirsk, verlas einen Text über Volkskunst und das immaterielle Erbe der Russlanddeutschen.

Am 25. Februar konnte das deutsche Diktat im Kultur- und Geschäftszentrum „Deutsch-Russisches Haus in Moskau“ geschrieben werden. Die Teilnehmenden des Arbeitstreffens der führenden Abteilungen der Selbstorganisation der Russlanddeutschen und alle Interessierte haben ihr Wissen getestet. Die Teilnehmenden wurden von Guido Kemmerling, Leiter der Kulturabteilung der deutschen Botschaft in Russland, Christian Ax, Koordinator des Moskauer Büros der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), Olga Martens, erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, und Alexander Geier, Direktor des Russisch-Deutschen Hauses Tomsk, begrüßt. Guido Kemmerling verlas das Diktat.

„Im Deutschen gibt es ein Sprichwort: ‚Wer schreibt, der bleibt‘.

Indem wir das Diktat schreiben, gehören wir zu der Geschichte der Deutsch-Russischen Beziehungen. Jeder von Ihnen, die das Diktat geschrieben haben und schreiben werden, sind für mich Botschafter der Freundschaft und des Friedens zwischen Russland und Deutschland.

Und ich bin sehr froh, dass wir, die Russlanddeutschen in der Russischen Föderation, die Initiatoren dieser Aktion sind“, sagte Olga Martens, erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, in ihrem Grußwort an die Teilnehmenden.

Im Jahr 2022 wurde die Aktion „Tolles Diktat“ an mehr als 1570 Standorten in 77 Regionen Russlands offline durchgeführt. In Russland wurde das deutsche Diktat von mehr als 52.000 Menschen geschrieben. Menschen aus Kasachstan, Kroatien, der Ukraine, Montenegro, Deutschland, Belarus, Usbekistan und anderen Ländern nahmen ebenfalls an der Aktion teil.


Zur Kenntnis:

Die gesamtrussische offene Aktion „Tolles Diktat“ wurde auf Initiative von öffentlichen Organisationen der Russlanddeutschen organisiert und ist traditionell zeitlich auf den Internationalen Tag der Muttersprache der UNESCO abgestimmt.

Die Organisatoren: Der Internationale Verband der deutschen Kultur, das Russisch-Deutsche Haus Tomsk und die Online-Schule der deutschen Sprache „Deutsch Online“.

Die Aktion wird mit Unterstützung des Innenministeriums in Deutschland, des Bildungsministeriums der Russischen Föderation, des Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation und der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten in Zusammenarbeit mit der Interregionalen Assoziation der Deutschlehrkräfte, der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität, der Staatlichen Pädagogischen Universität Moskau und der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau durchgeführt.

Unterstützung durch Informationsquellen: Die Moskauer Deutsche Zeitung, das russischsprachige Nachrichten- und Informationsportal in Berlin „BERLIN24“, das Jugendinformationsportal in Tjumen und dem Gebiet Tjumen „Moi-portal“ und das Informationsportal der Russlanddeutschen RusDeutsch.

Übersetzt aus dem Russischen von Evelyn Ruge