Frohe Ostern: Kinderfest zu den Traditionen der Russlanddeutschen im Stadtkreis Asowo


Im Deutschen Nationalrajon Asowo im Gebiet Omsk fand das lebendige Kinderfest „Frohe Ostern“ statt, das Kreativität, deutsche Sprache und authentische Ostertraditionen der Russlanddeutschen miteinander verband. In Workshops, Spielen und Konzertauftritten lernten die Kinder nicht nur das kulturelle Erbe ihrer Vorfahren kennen, sondern wurden selbst zu dessen aktiven Trägern.

Am 8. April wurde der Deutsche Nationalrajon Asowo des Gebiets Omsk zum Schauplatz eines großen Kinderfestivals unter dem Motto „Frohe Ostern“. Das Projekt vereinte kreative Gruppen aus den Zentren der deutschen Kultur des Stadtkreises, deren Arbeit auf die Bewahrung, Entwicklung und Vermittlung des kulturellen Erbes der Russlanddeutschen ausgerichtet ist. Veranstaltet wurde das Fest vom Bezirkszentrum für Freizeitgestaltung mit methodischer Unterstützung fachkundiger Partner.

Das Programm des Festivals gliederte sich in zwei zentrale Abschnitte, die den Teilnehmenden ermöglichten, Traditionen auf lebendige und anschauliche Weise zu erleben.

Der erste Teil umfasste ethnokulturelle Workshops und interaktive Stationen in deutscher Sprache. Unter Anleitung erfahrener Mentorinnen und Mentoren lernten die Kinder traditionelle Techniken des Eierfärbens nach überlieferten Familienrezepten kennen, die von Großmüttern und Urgroßmüttern weitergegeben wurden, bastelten traditionelle Ostersouvenirs und setzten sich mit der Symbolik des Festes auseinander. Besonders große Begeisterung riefen bei den Kindern die Volksspiele hervor: Sprachspiele mit einem „Fallschirm“, die das spielerische Lernen deutscher Wörter fördern, sowie das klassische Eierrollen, bei dem das „schnellste“ Osterei den Sieg errang.

Den Höhepunkt des Festivals bildete ein festliches Konzertprogramm mit theatralischen Elementen. Auf der Bühne präsentierten künstlerische Gruppen vielfältige Gesangs- und Tanzdarbietungen. Zwischen den Auftritten vermittelten die Moderatoren dem Publikum Wissenswertes über die Ostertraditionen der Russlanddeutschen – von historischen Hintergründen über symbolische Bedeutungen bis hin zu familiären Bräuchen. Die Auftritte der jungen Künstlerinnen und Künstler erfüllten den Saal mit Frühlingsstimmung, Freude und spürbarer Herzenswärme.

Das Festival „Frohe Ostern“ zeigte einmal mehr, dass im Stadtkreis Asowo die Weitergabe von Traditionen ein lebendiger und natürlicher Bestandteil des kulturellen Lebens ist und das Interesse der jungen Generation an der Geschichte ihres Volkes stetig wächst.

„Für uns ist das Festival ‚Frohe Ostern‘ viel mehr als nur ein festliches Ereignis – es ist ein bedeutender Bestandteil unserer kontinuierlichen Arbeit zur Bewahrung der Identität der Russlanddeutschen. Ziel des Projekts ist es, Kindern das kulturelle Erbe ihrer Vorfahren durch lebendige Formen wie Spiel, Kreativität und Sprache näherzubringen.“

Auch die engagierte Mitwirkung der Leiterinnen und Leiter der Zentren der deutschen Kultur als Referenten unterstreicht die Bedeutung des Projekts. Gerade im gemeinsamen Wirken von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren und der jungen Generation lebt und entwickelt sich unsere Geschichte. So wird die Verbindung zwischen den Generationen gestärkt und das reiche Erbe der Russlanddeutschen bewahrt, betont Swetlana Fjodortschenko, Leiterin des Projekts und des Zentrums der deutschen Kultur im Stadtkreis Asowo.

Das Festival wurde damit erneut zum eindrucksvollen Beweis dafür, dass Traditionen dort fortbestehen, wo sie mit Hingabe weitergegeben werden – durch Sprache, Musik, Spiel und gemeinsames Schaffen.


Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Rahmen des Unterstützungsprogramms der Russlanddeutschen durchgeführt.

Übersetzt aus dem Russischen von Evelyn Ruge

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