Die Russlanddeutschen aus Stary Oskol feierten das strahlende Osterfest im Büro der lutherischen Gemeinde, wo an diesem Tag Jung und Alt zusammenkamen, um gemeinsam die Freude über die Auferstehung Christi zu teilen.
Pastor Sergej Matjuch erinnerte daran, dass Ostern nicht nur ein Tag im Kalender ist, sondernder Sieg des Lebens über den Tod, des Lichts über die Finsternis:
An diesem Tag spüren wir besonders deutlich, dass wir eine Familie sind. Eine Familie, die durch den Glauben, die Erinnerung an die Verstorbenen und die Liebe zu den Menschen in unserer Nähe verbunden ist.
Für festliche Stimmung sorgte der Auftritt des deutschen Liederensembles „Lavendel“ unter der Leitung von Lidija Golowanowa. Die Stimmen der Sängerinnen – klar und gefühlvoll – erfüllten den Saal mit Melodien, die hier seit der Kindheit bekannt und beliebt sind. Ein besonderes Geschenk überreichte die junge Geigerin Wera Gordijenko. Sie spielte Ludwig van Beethovens „Der Murmeltier“.
Die Leiterin des Deutsch-Liebhaberclubs, Natalia Goroschankina, veranstaltete für die Mädchen und Jungen das Spiel „Der Zauberofen“. Lächelnd erklärte Natalia Alexandrowna:
Ostern ohne Kulitsch ist wie ein Namenstag ohne Jubilar. Da haben wir beschlossen: Die Kinder sollen ihr erstes Osterbrot selbst backen. Natürlich keinen echten, sondern aus Salzteig.
Und schon ging es los. Kleine Finger kneteten den Teig und formten ihn sorgfältig zu hübschenkleinen Osterbrötchen. Die Kinder legten die Teiglinge auf eine Schaufel und schoben sie in den Kartonofen.
Nach einigen Minuten verkündete Natalia Alexandrowna feierlich: „Es ist Zeit, die Kulitchiherauszuholen! Mal sehen, ob sie nicht angebrannt sind!“ Mit welcher Begeisterung holten die jungen Bäcker die üppigen, mit schneeweißer Glasur und süßem, buntem Streusel verziertenKulitchi aus dem Ofen! Die Kinder waren völlig aus dem Häuschen: „Das war ja wie Zauberei! Wir dachten, die Osterkuchen wären nicht echt, aber sie sind tatsächlich gebacken worden! Lecker!“
„Letzten Sommer war ich in Omsk. Dort habe ich an der Fortbildung ‚Methodik des frühenDeutschunterrichts‘ teilgenommen, die vom Institut für ethnokulturelle Bildung durchgeführtwurde“, erklärt Natalia Goroschankina. „Die Referentin Natalia Koslowa hat uns den ‚Zauberofen‘ gezeigt. So haben sich die Kinder dank eines spannenden Spiels deutsche Wörterzum Thema Ostern gemerkt! Wir nutzen diese Erfahrung gerne hier in Stary Oskol.“
Nachdem sie die Kulichi probiert hatten, machten sich die Mädchen und Jungen unter der Leitung von Natalia Goroschankina an ein neues Spiel. Die Kinder mussten einen Hinweis auf Deutsch lesen und herausfinden, wo der Osterhase das Ei versteckt hatte. Die Suche war begleitet von Gelächter, gesunder Spannung und natürlich dem Einprägen deutscher Wörter.
Die Zweitklässlerin Irina Degtjarenko erzählte den Kindern von der Tradition, zu Ostern Eierzu bemalen, und bot den Kleinen anschließend an, selbst Zier-Eier für den Osterbaum zubemalen.
Der Festtag endete mit einem großen gemeinsamen Essen. Die Aktivistin der örtlichen deutschenNational-kulturellen Autonomie, Natalja Rasbitnowa, hatte speziell für diesen Tag einentraditionellen Riwelkuchen und Osterkuchen gebacken. Die Vorsitzende der lokalen deutschenNational-kulturellen Autonomie von Stary Oskol, Olga Osetrowa, bemerkte:
Der Kucha (genau so nannte meine Großmutter, die ihn meisterhaft zubereitete, diesen Kuchen) hat mich in meine Kindheit zurückversetzt.
„Heute ist es für uns äußerst wichtig, die nationalen Traditionen und die Kultur unseres Volkeszu sammeln, zu bewahren und vor allem an die Jugend weiterzugeben. Denn ohne Vergangenheitgibt es keine Zukunft. Und Feste wie das heutige sind genau jene Brücke, die die Generationenverbindet.“
Das Fest zu Ehren des Osterfestes wurde von Aktivisten der örtlichen deutschen National-Kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen in Stary Oskol gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde und mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschenKultur vorbereitet und durchgeführt.


