Osterreigen: Frühlingsfest in den Regionen


Als symbolträchtiges religiöses Ereignis und wichtiger Meilenstein im Jahreskreis weckt Ostern in den Herzen der Menschen heute lebhafte Kindheitserinnerungen an gesellige Familienzusammenkünfte in der Kirche oder am Festtisch. In diesem Artikel berichten wir darüber, wie die zerbrechlichen Bilder, die in den Winkeln der Erinnerung erhalten geblieben sind, bei den Ostertreffen in den deutsch-russischen Häusern im ganzen Land Fleisch und Blut annahmen.

Tomsk: Das Geheimnis liebt die Stille

Das Team des Deutsch-Russischen Hauses der Region Tomsk organisierte am Feiertag ein Ostertreffen für Familien. Ein Workshop zum Bemalen von Eiern mit natürlichen Materialien schuf ein Gefühl von heimischer Wärme und Gemütlichkeit, und das Pflanzen von Ostergras erinnerte sowohl an den Einzug des sanften, sonnigen Frühlings als auch an die symbolische Bedeutung des Festes – denn gerade mit diesem christlichen Feiertag verbinden die Russlanddeutschen das Erwachen der Hoffnung und des Glaubens an das Bessere.

Zu einem Raum voller Geheimnisse wurde das „Zimmer der Stille“. Es war erfüllt von Gegenständen und Düften, die den belebenden Geist von Ostern in sich trugen. Im „Zimmer der Stille“ erfuhren die Besucher Neues über deutsch-russische Ostertraditionen, und in seinen Mauern wurde den Gästen vom Wesen der Osterzeit erzählt.

Die kindliche Verspieltheit wurde durch eine rasante Ostereiersuche geweckt, bei der der Osterhase die Eier an den unauffälligsten Stellen des Hauses versteckt hatte.

Omsk: Kreativität – die höchste aller Freuden

In Omsk hat man sich schon frühzeitig um die festliche Stimmung gekümmert. Am 28. März wurde im Kultur- und Geschäftszentrum Deutsch-Russisches Haus in Omsk die Ausstellung mit den Werken des Kreativwettbewerbs „Osterzauberei – Ostermagie“ eröffnet.

Das Ergebnis der kreativen Fantasie der Teilnehmer ist ein gemütlicher Kunstraum, der die warme Energie des Frühlings ausstrahlt. Rührende Hasen in Westen und Schürzen, zarte Aquarelle und feine Stickereien – hinter jedem der ausgestellten Werke verbirgt sich eine eigene kleine, aber wertvolle Geschichte. Bis zum 8. April bestimmen die Besucher den Gewinner in der Kategorie „Sonderpreis des Publikums“.

Kurz vor Ostern erfüllte der Duft von sanfter Vanille und frischer Zitrone die Räume des Deutsch-Russischen Hauses in Omsk.

Für die Gäste wurde der kulinarische Workshop zu einer Reise in die Geborgenheit der Kindheit. Die Arbeit mit den scheinbar alltäglichsten Zutaten – Mehl, Zucker und Butter – weckte bei den einen warme Erinnerungen, bei den anderen das Interesse an den Festtagsrezepten der Russlanddeutschen. Das Ausrollen, Ausstechen und sorgfältige Auflegen auf das Backblech glich einer Meditation. Die Erwachsenen wurden für einen Moment zu Kindern, und die Kinder zu echten Konditoren.

Ein stilvoller Abschluss des kulinarischen Treffens war das Verzieren der fertigen Plätzchen: Kaum waren die feinen Muster auf dem goldbraunen Teig zu sehen, erhielt jeder Osterhase oder jede Frühlingsblume seinen ganz eigenen Charakter.

Kaliningrad: Der Reichtum der Vielfalt

Der kreative Geist der Osterfeierlichkeiten wurde im Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen in Kaliningrad gepflegt. Die jungen Besucher konnten an einer ganzen Reihe von kreativen Veranstaltungen im Vorfeld des Festes teilnehmen.

Auf dem Programm standen nicht nur das traditionelle Bemalen von Ostereiern und das Backen von duftendem Gebäck, sondern auch das Basteln eines Filzkorbs und das Nähen eines Spielzeughasen – jenes seit Kindertagen so geliebten Symbols für Ostern.

Der Umgang mit Texturen, das Gespür für Farbkompositionen und die Fähigkeit, verschiedene Materialien zu „spüren“ – diese erworbenen Fähigkeiten werden den zukünftigen Erwachsenen noch oft zugutekommen.

Ein Koch-Workshop, der im Rahmen des „Picknicks der deutschen Jugendvereinigung“ stattfand, brachte die junge und die ältere Generation zusammen. Anhand von Rezepten für dieselben Gerichte erfuhren die Teilnehmer in der Praxis, wie sich das Leben an verschiedenen Orten der kompakten Siedlung auf die nationale Küche der Russlanddeutschen ausgewirkt hat.

Dieser informative Teil bildete die logische Fortsetzung des interaktiven Spiels zu den Ostertraditionen, das auf Deutsch durchgeführt wurde.

Nowosibirsk: Eine lebendige Begegnung mit der Tradition

Das ethnokulturelle Programm „Ostern | Пасха“ des Deutsch-Russischen Hauses der Region Nowosibirsk war als lebendige Begegnung mit der Kultur konzipiert – nicht durch abstrakte Erzählungen, sondern durch den Besuch des Museumsraums und die Teilnahme am kreativen Prozess. Die Organisatoren sind überzeugt: Genau so wird Tradition nah, verständlich und wirklich greifbar.

Die Kultur der Russlanddeutschen wurde in thematischen Workshops, Sprachquizzen und lehrreichen Führungen zum Leben erweckt.

Fortsetzung des Festprogramms war am 5. April ein theatralisches Konzert unter Mitwirkung von Künstlergruppen des Deutsch-Russischen Hauses der Region Nowosibirsk und geladener Künstler. Die von der Bühne erklingende Musik und die Lieder belebten Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis, und das Fest selbst erinnerte einmal mehr daran, wie wichtig es ist, Traditionen in einem lebendigen, gemeinsamen Erleben zu bewahren.

Animierte Bilder zu den Traditionen der Russlanddeutschen

Künstler der Kreativakademie für Jugendliche präsentierten animierte Werke, in denen Motive zu Ostern, Hochzeitsbräuchen und Handwerkskünsten vorkommen und die das ethnokulturelle Erbe mit einer modernen Bildsprache verbinden. Folgende Werke wurden präsentiert: „Ostern“, „Eierrollen“, „Eierwerfen“ (Dmitrij Krell); „Hochzeitskranz“ (Diana Batalowa); „Großmutter“, „Weihnachtsspielzeug“ (Marina Jakuschewa (Noak)); „Spinnrad“, „Töpfer“ (Olga Siebert).


Die Festveranstaltungen fanden mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der Deutscher Kultur im Rahmen des Förderprogramms der Russlanddeutschen statt.

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