Daria Woronina über ein einzigartiges Phänomen in der Kunstgeschichte


Ihr Name ist untrennbar mit der Geschichte der russischen Kunst verbunden, insbesondere mit der Entwicklung der Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts, die sich durch meisterhafte Ausführung und ausdrucksstarke Formen auszeichnet. Ihnen verdanken die Moskauer die beeindruckende und originelle Gestaltung der Stationen der Moskauer U-Bahn sowie der Zentralparks in Moskau und Sankt Petersburg. Die Rede ist von den Mitgliedern der Familie Maniser, deren künstlerischer Werdegang fast anderthalb Jahrhunderte umfasst.

Die Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin, Kunstvermittlerin und Forscherin des Schaffens der Russlanddeutschen, Daria Woronina, ist überzeugt, dass in kreativen Familien von Generation zu Generation nicht nur Wissen und Techniken, sondern auch eine besondere Weltanschauung weitergegeben werden. Ein Kind, das in einer solchen Familie zur Welt kommt, wird von den ersten Tagen seines Lebens an Teil eines bestimmten kulturellen Systems. Ein origineller Blick auf die Kunst und das Bedürfnis nach kreativem Schaffen werden mit der Muttermilch aufgesogen.

Die Maniser sind nicht nur herausragende Meister, sondern eine echte Dynastie. In der Kunstgeschichte sind Dynastien ein einzigartiges Phänomen.

Daria berichtete den Teilnehmern des Projekts „Art-Tour“, das Mitte März im Deutsch-Russischen Haus der Region Nowosibirsk stattfand, über die künstlerischen Errungenschaften der berühmten Dynastie. Das Treffen widmete sich der Wechselwirkung von Sprache, Kunst und kulturellem Erbe und brachte junge Menschen zusammen, die an der Entwicklung ethnokultureller Initiativen und ihrer eigenen kreativen Fähigkeiten interessiert sind.

Im Rahmen einer Reihe von Meisterklassen anlässlich des 135. Geburtstags von Matwej Maniserstellte die Moderatorin den Jugendlichen nicht nur die Werke der Maniser-Dynastie vor, sondern versetzte die jungen Zuhörer auch in den historischen Kontext und gab ihnen die Möglichkeit zu beurteilen, wie sich kulturelle Tendenzen und Entwicklungsphasen der russischen Kunst – von der vorrevolutionären Epoche bis zur Sowjetzeit. Während der Diskussion wurde die besondere Rolle der Maniser bei der Gestaltung des visuellen Erscheinungsbilds ganzer Epochen hervorgehoben.

Die Begründer der Künstlerdynastie Maniser: Heinrich und Stella. Foto links: Heinrich Maniser. S. S. Maniser bei der Arbeit. 1895. Öl auf Leinwand. (Porträt seiner Frau, der Mutter von Matwej). Foto rechts: Heinrich Maniser. Sankt Petersburg. 1900er Jahre

Die Studienbedingungen an der Kunstakademie, die technischen Aspekte der Arbeit an Skulpturen, die Organisation von Wettbewerben, an denen Matwej Maniser teilnahm – auch historische Nuancen und Parallelen blieben nicht unbeachtet. So waren die Zuhörer beeindruckt davon, dass es in der Sowjetzeit nicht einfach war, Materialien für Skulpturen zu beschaffen – man musste Anträge stellen und Wettbewerbe gewinnen, bevor Ressourcen zugeteilt wurden.

Mehr über die künstlerischen Leistungen der durch familiäre Bande verbundenen Maler und Pädagogen sowie über das Projekt in Nowosibirsk erfahren Sie in dem Beitrag, der von der Redaktion des Informationsportals für kreative Themen des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur verfasst wurde.


Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der Deutscher Kultur im Rahmen des Förderprogramms der Russlanddeutschen realisiert.

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