Am 1. Juli beging des Deutschen Nationalrayons in der Region Altai den 35. Jahrestag seiner Wiedergeburt in seinen historischen Grenzen. Wir haben interessante Stimmen und herzliche Glückwünsche von Menschen versammelt, die die schicksalsträchtigen Veränderungen in der Region hautnah miterlebt haben, sowie von jenen, deren Wirken bis heute eng mit dieser Region verbunden ist.
An diesem festlichen Tag wandte sich die Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, Elisabeth Graf, mit feierlichen Grußworten an die Bewohner des Kreises:
Der größte Reichtum des Deutschen Nationalrayons sind seine Menschen. Dank Ihres Engagements, Ihrer Tatkraft, Ihrer Verbundenheit mit der Heimat und Ihrer Wertschätzung der eigenen Wurzeln entwickelt sich der Rayon stetig weiter, bewahrt seine Eigenart und eröffnet zugleich neue Perspektiven für kommende Generationen.
Über die Entwicklung der ländlichen Räume, den Bau neuer Schulen, die Förderung der Kultur der Russlanddeutschen, traditionelle Familienwerte und die wichtigste Aufgabe, die heute vor der Verwaltung steht, sprach Iwan Gaas, Hauptmann des Deutschen Nationalrayions:
Es ist überaus wichtig, dafür zu sorgen, dass die jungen Menschen nach ihrer Ausbildung in ihre Heimat zurückkehren wollen. Heute muss jeder Einwohner des Kreises begreifen: Ein Wunder geschieht nicht von allein.
„Zu uns kommen keine Fachkräfte aus den Großstädten, die uns alle Probleme abnehmen. Deshalb hängt vieles gerade von uns selbst ab – von der Kommunalverwaltung, den Schulen, den Familien und davon, wie die Menschen zu ihrer kleinen Heimat stehen.“
Die Redaktion der „Moskauer Deutschen Zeitung“ sprach mit Alexander Steinbeck, dem Vorsitzenden der Lokalen National-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen, der die Wiedergeburt dieser historischen Gebiete mit ihrer reichen kulturellen Vergangenheit hautnah miterlebt hat.
Mein Schicksal ist direkt mit der Wiederbelebung des Rayons verbunden – genau deshalb bin ich zurückgekehrt.
Vor seinen Augen „erwachte“ das kulturelle Leben der Region, ganze Straßenzüge wurden für zugezogene Fachkräfte gebaut, und die Produktionsbetriebe nahmen ihre stetige Arbeit auf, die heute das Unternehmen „Brücke" bilden – das Markenzeichen des Kreises.
Heute ist Alexander Leontjewitsch Vorsitzender der Lokalen National-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen. Die Organisation setzt alles daran, Menschen, die sich für die deutsche Sprache interessieren und sich der deutschen Volksgruppe zugehörig fühlen, Zugang zu dem kulturellen Erbe zu ermöglichen, dessen geistige Schätze sorgsam von Generation zu Generation weitergegeben wurden: Sie können die Sprache erlernen, kulturelle Traditionen der Vorfahren in der Familie wieder aufleben lassen und sich der Volkskunst widmen:
Denn ein Deutscher Nationalrayon verliert seinen Sinn, wenn es keine Deutschen gibt, die ihre Kultur kennen.
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