„Leben und Lernen“: Sprachtreffen für Leiter von Deutschclubs startet im DRHM


Am 6. Juli hat im Deutsch-Russischen Haus in Moskau ein Sprachtreffen im Intensivformat für Leiterinnen und Leiter von Deutschclubs. In den kommenden fünf Tagen werden die frischgebackenen Leiter traditionelle und alternative Methoden und Techniken für die Arbeit mit den Zielgruppen erlernen und verfeinern.

Das Seminar ist ein jährliches Projekt des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK). Das Hauptziel des Projekts ist die Stärkung der Sprachkenntnisse und der Kompetenzen zur Integration einer ethnokulturellen Komponente bei denjenigen, die kürzlich mit der Leitung von Deutschclubs begonnen haben.

Anfangs stehen die Leiter möglicherweise vor der Herausforderung, eine methodische Grundlage zu schaffen. Dies ist ein zeit- und energieaufwändiger Prozess. Olga Kononenko und Elinna Roschdestwenskaja, Expertinnen für Ethnokultur und Sprache, bieten den Teilnehmern intensive und qualifizierte Unterstützung. Die Expertinnen werden die Teilnehmer mit der Literatur, den historischen Fakten und den Traditionen der Russlanddeutschen vertraut machen, praktische Erfahrungen im Umgang mit ethnokulturellen Materialien in Clubstreffen und kreativen Workshops sammeln und ihre methodischen Ressourcen erweitern. Die Referentinnen werden zahlreiche Entwicklungen des IVDK und des Instituts für Ethnokulturelle Bildung vorstellen, die sich leicht an das spezifische Thema der Sprachtagung anpassen lassen.

„Mein Ziel ist es einerseits, den Teilnehmenden interessante Formen und Methoden der Sprachclubsarbeit vorzustellen“, erklärt Referentin Olga Kononenko. „Die Leiterinnen und Leiter können dann nicht nur ihr Wissen weitergeben, sondern vielleicht auch zur Reflexion über ihre Familiengeschichte im Kontext der Landes- und Volksgeschichte anregen.

Andererseits möchte ich, dass die Leiterinnen und Leiter selbst die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen besser kennenlernen. Diese Arbeit kann sehr bereichernd sein.

Unser Format ist keine trockene Präsentation vor einem stummen Publikum oder das Vorlesen dicker Bücher, sondern ein lebhafter Meinungsaustausch auf der Grundlage historischer und kultureller Fakten.“

Zur Projekteröffnung begrüßte Inna Faller, leitende Managerin der Abteilung für föderale Programme des IVDK, die Teilnehmenden. In ihrem Vortrag über die Aktivitäten der Organisation zeigte sie die erste Folge eines Dokumentarfilms, der vom IVDK anlässlich seines 35-jährigen Jubiläums produziert wurde. Ein hilfreicher Hinweis auf das gesamtrussische Projekt „Freunde der deutschen Sprache“, an dem sowohl Leiter von Deutschclubs als auch ihre Schützlinge teilnehmen können, war sehr nützlich.

Nach der Einführungsrede absolvierten die Teilnehmenden einen kurzen Test, um den Gutachtern ihren Wissensstand und mögliche Ergänzungen aufzuzeigen. Danila Aleksandrow, Leiter eines Deutschclubs aus Wolgograd, konnte bereits Bereiche mit Entwicklungsbedarf für sich nennen: „Es war schwierig, alle Feinheiten bestimmter Konzepte, wie zum Beispiel ‚Ethnokultur‘, zu verstehen. Auch moderne methodische Ansätze muss ich mir noch aneignen.“

Das Projekt zeichnet sich durch ein möglichst natürliches Sprachumfeld und die kontinuierliche Übung der neu erworbenen Kenntnisse aus. Wladimir Koleber, Leiter eines Deutschclubs aus Omsk, hatte bereits an Online-Treffen teilgenommen und dieses intensive Präsenztreffen war daher seine erste Erfahrung: „Leben und lernen. Ich werde versuchen, alle Aspekte bestmöglich zu bearbeiten und hoffe sehr, dass ich auch weiterhin an solchen Veranstaltungen teilnehmen kann.“


Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Rahmen des Unterstützungsprogramms für Russlanddeutsche in der Russischen Föderation umgesetzt.

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