Aktiventreffen der Jugendklubs der Russlanddeutschen Westsibiriens in Halbstadt


Vom 2. bis 4. Juli fand im Deutschen Nationalkreis Halbstadt in der Region Altai das interregionale Aktiventreffen der Jugendklubs der Russlanddeutschen Westsibiriens statt. Sie versammelte Jugendliche aus fünf Regionen: den Gebieten Omsk, Kemerowo, Nowosibirsk und Tomsk sowie der Region Altai.

Am ersten Tag der Veranstaltung führten die Mitglieder des Rats des Jugendrings der Russlanddeutschen (JdR) ein Arbeitstreffen durch, das der Arbeit der Organisation gewidmet war. Die Teilnehmer informierten sich über die Mission, aktuelle Projekte und die Möglichkeiten des JdR und diskutierten darüber, wie heute die Kultur, Geschichte und Sprache der Russlanddeutschen bewahrt werden. In ungezwungener Atmosphäre tauschten die Teilnehmer ihre Erfahrungen aus: Jeder berichtete, wie er Brücken zwischen den Generationen schlägt und Traditionen an die Jugend weitergibt.

„Das Projekt hat uns zahlreiche unvergessliche Eindrücke und wunderbare Emotionen beschert und uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Jugendliche durch gemeinsames Engagement zusammenzubringen. Als Vorstandsmitglied des Jugendrings der Russlanddeutschen bin ich mir genau bewusst, wie wertvoll die Möglichkeit ist, die eigene ethnokulturelle Identität zu bewahren und Traditionen sowie Wissen weiterzugeben“, so Galina Meladse, Vorstandsmitglied des JdR aus Kemerowo. Auf dem Treffen war es großartig, Jugendliche aus verschiedenen russlanddeutschen Jugendklubs kennenzulernen, ihre Geschichten zu hören und zu erfahren, wie sie ihre Ideen in die Tat umsetzen. Im Rahmen des Erfahrungsaustausches präsentierten die Teilnehmer ihre Arbeit, wobei der Schwerpunkt auf der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit lag. Der ‚Tag des JdR‘, den wir gemeinsam mit Anna Glazunova, die ebenfalls aus Nowosibirsk kommt und Vorstandsmitglied des JdR ist, gestaltet haben, hat die Teilnehmer in die Arbeit des Verbandes eingeführt und die Besonderheiten zahlreicher Großprojekte beleuchtet. Außerdem konnten sie sich einen Überblick über die Struktur der Organisationen der Russlanddeutschen verschaffen.“

Jedes derartige Projekt, bei dem man Kultur und Geschichte hautnah erlebt, Gleichgesinnte trifft und begreift, wie sehr wir uns ähneln und wie einzigartig jeder einzelne Aktivist ist, leistet einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und Weiterentwicklung des ethnokulturellen Erbes der Russlanddeutschen.

Der erste Tag klang mit einer Reflexionsrunde aus: dem Austausch von Eindrücken, der Diskussion neuer Pläne und dem Auftanken frischer Energie für die weitere Arbeit.

Der zweite Tag des Aktiventreffens der Jugendklubs der Russlanddeutschen Westsibiriens im Deutschen Nationalrayon in der Region Altai stand ganz im Zeichen der Vernetzung und des Austauschs. Der Morgen begann mit dem Knüpfen von Arbeitskontakten und Präsentationen: Teams aus verschiedenen Regionen stellten Projekte vor, die auf die Bewahrung der Kultur, Geschichte und Sprache der Russlanddeutschen abzielen. Anschließend fanden die interaktiven Spiele „Organisationen der Russlanddeutschen“ und „Alltag der Russlanddeutschen“ statt, die dazu beitrugen, die Traditionen der Gemeinschaften und die Struktur der Organisationen besser kennenzulernen.

„Unser Jugendklub ‚#Grenzlos‘ hat am Aktiventreffen der Jugendklubs im Deutschen Nationalrayon Halbstadt teilgenommen“, berichtet Oksana Leichner, Aktivistin des Klubs aus Omsk. „Auf dem Treffen haben wir Vertreter anderer Klubs kennengelernt und Erfahrungen in der Jugendarbeit ausgetauscht. Außerdem besuchten wir das Museum der Russlanddeutschen im Dorf Grischkovka und nahmen an den Feierlichkeiten anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Nationalrayons teil.

Dieses Treffen hat uns inspiriert und das Team zusammengeschweißt. Es hat uns neue Energie für die weitere Arbeit in unserem Klub und die aktive Zusammenarbeit mit anderen Organisationen gegeben.

Vor uns liegen nun neue Ideen und Projekte zur Verbreitung der Kultur der Russlanddeutschen. ‚#Grenzlos‘ dankt den Organisatoren und Teilnehmern des Treffens für ihr Engagement und den herzlichen Empfang.“

Ein besonderes Ereignis war die Eröffnung des Jubiläumskonzerts anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Deutschen Nationalrayons. Die Teilnehmer des Treffens wohnten der Zeremonie bei und waren die Ehrengäste der Veranstaltung.

In der zweiten Tageshälfte reisten die Jugendlichen in das Dorf Grischkovka und besuchten das Museum an der dortigen Dorfschule. Besonders beeindruckend war das rekonstruierte Haus: drei verschiedene Arten des Wandbaus, eine reiche Sammlung von Gebrauchsgegenständen, Einblicke in die familiäre Lebensweise sowie Materialien zur Umsiedlung der Russlanddeutschen in die Region Altai. Nach der Führung fand ein Workshop zur Zubereitung traditioneller Waffeln statt. Im Gegensatz zu den üblichen Varianten wird nach dem lokalen Rezept unbedingt Salz in den Teig gegeben, weshalb diese Waffeln hervorragend zu verschiedenen Füllungen passen. Die Teilnehmer tauschten zudem Rezepte und kulinarische Besonderheiten ihrer Regionen aus.

Nach der Rückkehr nach Halbstadt zogen die Teilnehmer Bilanz über die beiden ereignisreichen Tage, erörterten die weitere Zusammenarbeit zwischen den Klubs und teilten ihre Eindrücke. Der Tag klang mit dem Konzertprogramm zum Jubiläum des Nationalkrayons aus.

Die beiden Tage vergingen wie im Flug. Neben neuem Wissen vermittelte das Treffen vor allem das Gefühl, Teil einer großen Geschichte zu sein.

„Besonders in Erinnerung geblieben sind die interaktiven Programmpunkte, in denen die Teilnehmer Neues über die Organisationen der Russlanddeutschen erfuhren und sich mit dem Alltag und den Traditionen vertraut machten. Der Ausflug nach Grischkovka, wo wir das Museum in der örtlichen Schule und den Waffel-Workshop besuchten, war ein echtes Highlight: Es stellte sich heraus, dass das lokale Rezept ein Geheimnis birgt – die Zugabe von Salz. Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Einzigartigkeit der Region sogar in der Küche bewahrt wird. Am wichtigsten sind die neuen Kontakte, Ideen und der Wunsch, neue Projekte zu realisieren. Danke an die Organisatoren für den herzlichen Empfang und die Atmosphäre der Verbundenheit“, kommentiert Valentina Afanasyeva aus Tomsk.

Sofja Sokolowa, Aktivistin der regionalen russlanddeutschen Jugendorganisation aus Kemerowo, teilt ihre Eindrücke: „Das Aktiventreffen der Jugendklubs der Russlanddeutschen Westsibiriens war für uns ein ganz besonderes Ereignis, erfüllt von Stolz auf unsere Identität. Am ersten Tag haben wir nicht nur den Tag des JdR gefeiert, sondern die Tiefe und die Ziele unseres Verbandes neu für uns entdeckt. Besonders bewegend war die Reise in das Dorf Grischkovka, wo die Zeit scheinbar stillstand und das Museum der Russlanddeutschen die Geschichten unserer Vorfahren durch authentische Exponate erzählte. Der Workshop zur Zubereitung von Waffeln nach einem authentischen Rezept war eine köstliche Berührung mit dem Alltag unserer Großeltern – es war nicht nur ein kulinarisches Ereignis, sondern eine wahre Weitergabe familiärer Wärme. Der Höhepunkt war das glanzvolle Fest anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Deutschen Nationalrayons, wo wir mit herzlicher Bewirtung, aromatischer Nudelsuppe und süßem Strudel empfangen wurden.

Ein großer Dank an die Organisatoren dafür, dass sie uns unschätzbare Werkzeuge zur Bewahrung unseres Erbes an die Hand gegeben haben.“

Auf dem Heimweg nehmen wir nicht nur neues Wissen mit, sondern auch den festen Vorsatz, das Leben in unseren Klubs noch bunter zu gestalten, damit die Kultur der Russlanddeutschen in voller Kraft und Pracht erstrahlt.


Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Rahmen des Programms zur Förderung der Russlanddeutschen in der Russischen Föderation durchgeführt.

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