Jakow Gert: 70 Jahre im Dienste der Musik und Kultur der Russlanddeutschen

Jakow Alexandrowitsch Gert, Gründer des Philharmonischen Orchesters „Tagilskije garmoniki“, Leiter des Deutschen Liederchors „Feiertag“, Verdienter Kulturarbeiter Russlands und Preisträger des gesamtrussischen Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“, hat seinen 70. Geburtstag gefeiert. Seit über drei Jahrzehnten bewahrt und entwickelt er die Liedkultur der Russlanddeutschen und verbindet Generationen durch Musik und Volkstraditionen.

Jakow Gert ist seit über 35 Jahren in der sozialen Bewegung der Russlanddeutschen aktiv. Mit der Gründung der Deutschen Gesellschaft in Nischni Tagil begann er, die ethnische Liedtradition zu pflegen und wurde ständiger Leiter des Deutschen Liederchors „Feiertag“. Im Laufe der Jahre hat sich die Gruppe zu einer der bekanntesten kreativen Vereinigungen der Russlanddeutschen entwickelt, und der Musiker selbst ist zu einer anerkannten Autorität auf dem Gebiet der Volkschorkunst geworden.

Das ist mein Leben. Ich bin Chorsänger und Musiker. Mit der Gründung des deutschen Chors konnte ich endlich das tun, was mir wirklich am Herzen liegt. Seit über 30 Jahren singe ich in einem deutschen Chor, lerne Lieder, singe selbst und begleite andere. Ich habe die deutschen Lieder lieben gelernt: Sie sind unglaublich schön, lyrisch, mit tiefgründigen Texten und einer einzigartigen Melodie, erklärt Jakow Gert.

Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Liedgut ist für ihn nicht nur ein kreatives Unterfangen, sondern auch eine Möglichkeit, die Erinnerung an seine Vorfahren zu bewahren.

„Meine Großmutter sprach nur Deutsch, und auch meine Verwandten unterhielten sich in ihrer Muttersprache. Heute verstehe ich, wie wichtig es ist, diese Erinnerung, diese Kultur und diese Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, zu bewahren“, teilt er mit.

Im Jahr 2022 gewann Jakow Gert beim gesamtrussischen Wettbewerb „Russlands herausragende Deutsche“ in der Kategorie Kunst. Die Auszeichnung kam unerwartet, bedeutete ihm aber besonders viel.

„Es ist eine Ehre. Es ist schön zu wissen, dass die eigene Arbeit Anerkennung findet. Solche Anerkennung gibt einem ein Gefühl der Zufriedenheit und inspiriert zum Weitermachen“, sagt der Musiker. Im Hinblick auf die Rolle des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK) betont Jakow Gert, dass die Aktivitäten der Organisation von großer Bedeutung für die Bewahrung des historischen Gedächtnisses und der nationalen Kultur seien.

Es ist gut, dass es solche Organisationen gibt. Sie helfen, die Sprache, die Lieder, die Traditionen und die Erinnerung an unsere Vorfahren zu bewahren. Durch Musik werden die Menschen spirituell bereichert und verstehen ihre Wurzeln und ihre Geschichte besser. Der Internationale Verband der deutschen Kultur feierte kürzlich sein 35-jähriges Bestehen – ich wünsche ihm von Herzen, dass er auch in Zukunft kreative Projekte zum Wohle der Kultur der Russlanddeutschen unterstützt, sagt Jakow Gert.

Marina Bytschkova, Leiterin des Kultur- und Geschäftszentrums der Russlanddeutschen in Jekaterinburg, sprach ebenfalls über Jakow Gerts langjährige Arbeit.

„Jakow Alexandrowitsch ist trotz all seiner Titel, Auszeichnungen und Anerkennungen ein Mann von bemerkenswerter Bescheidenheit. Er ist weit über Nischni Tagil hinaus bekannt. Die Menschen kommen gezielt zu seinen Konzerten und erkennen ihn sogar auf der Straße. Er ist ein intelligenter, anständiger und unglaublich professioneller Mann“, bemerkt sie.

Laut Marina Bytschkowa ist der Beitrag des Musikers zur Entwicklung der russisch-deutschen Kultur kaum zu überschätzen.

„Dank Jakow Alexandrowitsch hat Nischni Tagil nun eine Stadtphilharmonie, der er praktisch sein ganzes Leben gewidmet hat. Seit über 35 Jahren ist er ständiger Leiter des Chors „Freitag“ und einer der angesehensten Experten auf dem Gebiet der Volkschormusik. Der größte Wert seiner Arbeit liegt in seiner Mentorschaft, seiner hohen Professionalität und seiner Fähigkeit, Menschen zu begeistern“, betont die Leiterin.

Sie merkte außerdem an, dass die Auszeichnung als Preisträger des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ eine wohlverdiente Anerkennung seiner langjährigen Arbeit sei.

Es ist für unsere Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung, solche Menschen zu kennen und zu unterstützen. Sie werden zu Vorbildern, tragen zum Erhalt der Kultur der Russlanddeutschen bei und inspirieren neue Generationen, dieses Erbe fortzuführen, erklärt Marina Bytschkova.

„Jakow Alexandrowitsch gibt sein Wissen seit vielen Jahren an die jüngere Generation weiter. Kontinuität ist unerlässlich und sollte in allen Bereichen präsent sein – in der Kultur, in der Bildung, im Leben allgemein. Es ist ein natürlicher Prozess, ohne den keine Gemeinschaft eine Zukunft haben kann.“

Auch heute ist Jakow Alexandrowitsch aktiv, tritt mit seiner Gruppe auf und gibt seine Erfahrung an junge Musiker weiter. Er gehört zu denjenigen, die dafür sorgen, dass die Liedkultur der Russlanddeutschen weiter lebt und sich entwickelt.

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