Vom 20. bis 24. Juli wurde Omsk zum dritten Mal zum zentralen Treffpunkt für talentierte Jugendliche, die sich für die deutsche Sprache und die Geschichte der Russlanddeutschen begeistern. Hier fand das Projekt „Treffen der Gewinner der Olympiade in ‚Deutsch als Muttersprache und Geschichte der Russlanddeutschen‘“ statt, das Teilnehmende aus fünf Regionen Russlands zusammenbrachte. Fünf Tage lang standen historische und sprachliche Intensivmodule, ein lebhafter Austausch, kreatives Schaffen und echte Entdeckungen auf dem Programm.
Alles begann mit einem herzlichen Kennenlernen im Kultur- und Geschäftszentrum „Deutsch-Russisches Haus in der Stadt Omsk“ – einem Ort, der seit vielen Jahren als Anziehungspunkt für die Russlanddeutschen Sibiriens dient. Die Teilnehmenden lernten nicht nur einander kennen, sondern tauchten auch in die Atmosphäre des ethnokulturellen Zentrums ein, in dem Geschichte und Gegenwart miteinander verschmelzen.
Das Programm erwies sich als äußerst vielfältig. In kurzer Zeit erarbeiteten sich die Jugendlichen in historischen Modulen Themen, die herausragenden Persönlichkeiten und einzigartigen Orten gewidmet waren. Zusammen mit Experten ließen sie den künstlerischen Werdegang der großen Sängerin Anna German Revue passieren, beschäftigten sich mit dem Beitrag des Polarforschers Otto Schmidt zur Wissenschaft und unternahmen eine virtuelle Reise in den Deutschen Nationalrayon Halbstadt im Altai. Damit sich das Gelernte besser verankern konnte, integrierten die Organisatoren spannende Spiele mit ethnokulturellem Bezug in das Programm – so wurde die Beschäftigung mit der Geschichte zu einem fesselnden interaktiven Erlebnis.
Der absolute Höhepunkt des Projekts war die Reise in den Rajon Isilkul, genauer gesagt in das Dorf Solnzewka. Diese Region des Gebiets Omsk gilt zu Recht als Hüter der ursprünglichen Kultur der russlanddeutschen Mennoniten. Die Gäste erwartete ein umfangreiches Programm:
– der Besuch des Museums der Russlanddeutschen in Solnzewka, wo jedes Exponat die Erinnerung an die ersten Siedler bewahrt;
– eine Exkursion in das Zentrum für deutsche Kultur in Solnzewka;
– ein Workshop zum Kunsthandwerk: das Anfertigen traditioneller Sprüche, die die Weisheit der Generationen weitergeben;
– eine herzliche Begegnung mit den einheimischen Russlanddeutschen, bei der die Gäste deren Familientraditionen und Bräuche kennenlernen konnten, die in den sibirischen Weiten so sorgsam bewahrt werden.
Für viele Teilnehmende war dies ein echtes Eintauchen in die lebendige Geschichte, bei dem sie nicht nur Exponate betrachten, sondern auch mit deren Hütern ins Gespräch kommen konnten.
Die zentrale Herausforderung des Projekts war der Wettbewerb der Kenner der deutschen Sprache und der Geschichte der Russlanddeutschen, bei dem jeder sein Wissen und seine umfassenden Kenntnisse unter Beweis stellen konnte.
Zur Eröffnung dieser wichtigen Etappe wandte sich die Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur und Direktorin des Kultur- und Geschäftszentrums „Deutsch-Russisches Haus in der Stadt Omsk“, Jelisaweta Graf, mit ermutigenden Worten an die Teilnehmenden.
Nach einem spannenden Wettstreit kürte die Jury die Besten. Gesamtsieger des Wettbewerbs wurde Pawel Babenko aus Tomsk.
Die weiteren Podiumsplätze gingen an:
– Alexandra Chomenko (Gebiet Omsk);
– Jana Grabowskaja (Gebiet Omsk);
– Maria Dolowowa (Omsk);
– Bogdana Gljubrech (Omsk);
– Alexander Gabow (Syktywkar);
– Swetlana Naumowa (Tscheljabinsk).
Das Projekt „Treffen der Gewinner der Olympiade in ‚Deutsch als Muttersprache und Geschichte der Russlanddeutschen‘“ hat einmal mehr bewiesen, dass das Interesse an der Sprache, der Geschichte und der Kultur der Russlanddeutschen in den Herzen junger Menschen aus den verschiedensten Regionen des Landes lebendig ist. Solche Begegnungen schenken nicht nur neues Wissen, sondern auch die Gewissheit, dass die Traditionen der Vorfahren weiterhin lebendig bleiben werden – in Liedern, in Sprüchen und in warmen Familiengeschichten, die die Teilnehmenden aus Omsk, Tomsk, Syktywkar, Tscheljabinsk und Orenburg nun mit nach Hause nehmen.
Das Projekt wurde vom Internationalen Verband der deutschen Kultur mit Unterstützung des Kultur- und Geschäftszentrums „Deutsch-Russisches Haus in der Stadt Omsk“ im Rahmen des Programms zur Förderung der Russlanddeutschen in der Russischen Föderation realisiert.




