Eröffnung der Ausstellung „Deutsche in der russischen Geschichte“ in Armawir


Am 4. Dezember letztes Jahr fand in Armawir in der städtischen Kultureinrichtung „Zentralisierte Bibliothekssystem“, einer Abteilung des Dangulow-Hauses, die feierliche Eröffnung der Wanderausstellung „Deutsche in der russischen Geschichte“ statt. Unter den Gästen befanden sich Vertreter von öffentlichen Vereinigungen aus Armawir – Studenten der Staatlichen Pädagogischen Universität Armawir und lokaler Hochschulen sowie andere Interessierte, die die Ausstellung kennenlernen wollten.

Die Ehre, die Ausstellung zu eröffnen, wurde Olga Wassilinitsch, der Leiterin des Dangulow-Hauses, zuteil. Sie wies darauf hin, dass die Ausstellung bereits zum zweiten Mal in Armawir zu sehen ist. Im Jahr 2019 fand die Ausstellung großen Anklang und stieß auf echtes Interesse bei den Bürgern. Olga Wjatscheslawowna betonte, wie sehr die Kultur und Geschichte der Russlanddeutschen mit der Geschichte von Armawir und Russland verflochten sind.

Wladimir Kun, Vorsitzender der deutschen National-kulturellen Autonomie der Region Krasnodar, hob die Bedeutung und Vielfalt der Ausstellung hervor. Er wies darauf hin, dass die Stände die Geschichte des deutschen Volkes in Russland von der Zeit Katharinas II. bis heute sowie den Beitrag der Deutschen zur Entwicklung der russischen Gesellschaft zeigen:

Hier gibt es einzigartige Dokumente, die in Archiven aufbewahrt werden und die wir in der Ausstellung sehen können.

Auf 24 Ständen sind Kopien von Fotos, Dokumenten, Karten und Stichen aus Museen in Russland und Deutschland zu sehen, die über die Kultur und das Leben der Russlanddeutschen, über bekannte Persönlichkeiten und heute aktive gesellschaftliche Organisationen berichten.

Das Wort ergriff der Vertreter des Internationalen Verbandes der deutscher Kultur, Mitglied des Rates der Föderation der Nationalitäten Russlands und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Universität von Tjumen Alexej Buller, der die wichtigsten Merkmale der Ausstellung in Armawir hervorhob. Er erzählte den Gästen die Geschichte der Ausstellung, ihre Bedeutung und Möglichkeiten, darunter auch die virtuelle Ausstellung mit Audioguide, die auch auf Deutsch verfügbar ist.

Alexei Buller wies darauf hin, dass die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen Jahrtausende zurückreicht, die Ausstellung jedoch mit dem Manifest Katharinas II. beginnt, dessen 300-jähriges Jubiläum 2029 in Russland gefeiert wird. Laut der Volkszählung von 2020-2021 leben in der Region Krasnodar 5.668 Deutsche. Die ersten deutschen Kolonisten kamen 1852 nach Kuban: Im Bezirk Jeisk wurden ihnen zwei Grundstücke am Ufer des Asowschen Meeres und des Jeisk-Limans zugewiesen. Die ersten Kolonien waren Alexanderfeld (das heutige Dorf Alexandrowskoje) und Michelstal (das Dorf Woronzowskoje).

Besonderes Interesse weckte die Religionsgeschichte der Russlanddeutschen. Der Moderator des interaktiven Meisterkurses stellte den Gästen Kopien seltener Museumsstücke vor – Dokumente, Karten, Fotografien und Stiche aus Museen und Archiven Russlands und Deutschlands.

Bei der Arbeit mit den Ständen wurden drei Themenblöcke behandelt: „Deutsche in der russischen Geschichte“ – wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten, Kolonien auf dem Gebiet der heutigen Regionen Stawropol und Krasnodar, ihre Gründung und ihr Schicksal in der Sowjetzeit, „Familie und Alltag der Russlanddeutschen“ – Kultur, Traditionen, Gebrauchsgegenstände, „Die Russlanddeutschen in der Zeitgeschichte“ – aktuelle Lage, Projekte und Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung.

Wladimir Wladimirowitsch und Olga Gennadiewna Kun berichteten über die Arbeit der Organisation in der Region Krasnodar und in Armawir, über die Geschichte der Autonomie und über zukünftige Projekte. Nach dem Rundgang wurden Antworten auf häufig gestellte Fragen gegeben. Besonderes Interesse weckten der Stand mit bekannten Russlanddeutschen und der Stand über die Küche der Russlanddeutschen, der den Einfluss der Deutschen auf die gastronomische Kultur Russlands demonstrierte.

Der Rundgang durch die Stände endete mit einem Meisterkurs von Alexej Andrejewitsch für Aktivisten zur Organisation von Ausstellungen und zur Durchführung interaktiver Meisterkurse, die es ermöglichen, sowohl in Armawir als auch außerhalb der Stadt mit der Ausstellung zu arbeiten.

Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der Deutscher Kultur im Rahmen des Förderprogramms der Russlanddeutschen realisiert.