Das Erbe bewahren, Traditionen weitergeben: Ethnokulturelle Familientreffen in der Region Kemerowo


Vom 11. bis 15. Dezember fand in Prokopjewsk eines der herzlichsten und warmherzigsten regionalen Projekte statt – „Ethnokulturelle Familientreffen“. Das Projekt wurde von Kemerowo Regionalverband der Sozialverbände „Koordinierungsrat der Deutschen“ und Aktivisten der Regionalen Deutschen Jugendvereinigung der Region Kemerowo organisiert.

In der Vorweihnachtszeit lernten 11 Familien – Mütter und Väter, Großeltern und natürlich die jüngsten Aktivisten – die deutsche Sprache und die ethnokulturelle Identität der Russlanddeutschen kennen, tauschten Familienrezepte aus und bastelten mit ihren eigenen Händen zauberhafte Souvenirs.

„Dieses Projekt ist für jeden Teilnehmer und unsere Organisation insgesamt sehr wichtig. Es zeigt, wie stark die für die Bewahrung und Weitergabe des ethnokulturellen Erbes so wichtige Verbindung zwischen den verschiedenen Generationen der Russlanddeutschen ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, unseren jüngsten Teilnehmern zu zeigen, dass es interessant und nützlich ist, sich mit der deutschen Sprache vertraut zu machen, und dass dies etwas ist, was man mit der ganzen Familie tun kann“, erklärte Sofja Simakowa, Vorsitzende des Koordinierungsrates der Deutschen.

Die Treffen des Vereins der deutschen Sprachliebhaber sind ein fester Bestandteil jedes Projekts. Dieses Mal fanden sie sowohl für Kinder und Erwachsene getrennt als auch im Familienformat statt. Als Ergebnis der Treffen wurde das Theaterstück „Weihnachten im Wald“ aufgeführt. Darin wurden Gedichte und Prosatexte von Autoren aus der Gruppe der Russlanddeutschen vorgetragen.

Ich bin in meiner Jugend zur Bewegung der Russlanddeutschen gekommen, habe einen ethnokulturellen Theaterclub für Jugendliche geleitet, und dann kamen die Kinder – ich habe zwei wunderbare Söhne, erzählt die Autorin des Drehbuchs, Julia Aksjonowa (Teise). Und mit ihnen kam die Erkenntnis, dass ich weiterhin etwas tun möchte, aber nun gemeinsam mit meinen Kindern.

Ich bin sehr froh, dass es bei uns auch andere Familien gibt, in denen Traditionen gepflegt und Feste gefeiert werden und sogar die Kleinen ein paar Worte Deutsch sprechen können.

Deshalb wollte ich das Drehbuch so gestalten, dass jeder Projektteilnehmer einbezogen wird. Und es hat geklappt: Das Weihnachtsmärchen hat an unsere Tür geklopft.“

Die Meisterkurse und Diskussionen bei den Treffen der ethnokulturellen Clubs ließen niemanden unbeeindruckt. Mit den Techniken „Potali“ und Steinmosaik, die ohne die Anleitung eines erfahrenen Referenten nur schwer zu erlernen sind, wurden ungewöhnliche Weihnachtssouvenirs und Dekorationen für jede Familie geschaffen.

„Ich liebe angewandte Kunst sehr! In unserer Familie ist es üblich, das Haus selbst zu dekorieren. Bei diesem Projekt konnte ich nicht nur etwas Neues schaffen, sondern auch Ideen für die Treffen meines ethnokulturellen Clubs für dekorative und angewandte Kunst für Kinder sammeln. Die strahlenden Augen meiner Töchter – wir haben drei – sind der beste Beweis für den Erfolg der Veranstaltung“, sagte Olga Misсhkina.

Duftendes Gebäck nach Rezepten, die wir aus unserer Kindheit kennen – ohne das geht kein Familienweihnachten. Die Vertreter der älteren Generation – unsere geschätzten und geliebten Großmütter – haben sich gerne als Mentorinnen in dieser Angelegenheit zur Verfügung gestellt. Den Teig kneten, Lebkuchen in den unterschiedlichsten Formen ausstechen, backen, abkühlen lassen und mit bunten Mustern bemalen – und schon erfüllt ein Gefühl der Festlichkeit jeden Einzelnen.

Ein Highlight des Projekts war der Auftritt des ethnokulturellen Vokalensembles „Heimatklänge“. „Als wir eingeladen wurden, bei dem Projekt aufzutreten, haben wir gerne zugesagt“, erzählt der Leiter des Begegnungszentrums der Russlanddeutschen in Prokopjewsk. „Am meisten beeindruckt hat mich die Reaktion der Kinder auf unseren talentierten Akkordeonspieler Anatolij Schott. Alle wollten das Instrument sehen und die schwungvollen Melodien hören. Die erwachsenen Teilnehmer sangen gerne bekannte Lieder mit.“

„Es ist wirklich wichtig, Traditionen in der Familie zu bewahren! Vielen Dank für die Möglichkeit, an diesem Projekt teilzunehmen. Es war eine Zeit, in der man den Alltag für kurze Zeit vergessen, innehalten und in die eigene Kultur eintauchen konnte. Solche Projekte geben Familien die Möglichkeit, Traditionen zu reflektieren, die Freude daran zu spüren und sich mit anderen auszutauschen, denen die Bewahrung des kulturellen Erbes ebenso am Herzen liegt. Wir sind den Organisatoren und Referenten dankbar, dass jeder Teilnehmer diese Tage in einer Atmosphäre eines echten Weihnachtswunders verbringen konnte! Außerdem war es sehr schön, andere Familien der Russlanddeutschen aus unserer Region kennenzulernen", teilen die Teilnehmer aus der Familie Buller ihre Eindrücke mit.


Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der Deutscher Kultur im Rahmen des Förderprogramms der Russlanddeutschen realisiert.