35-jähriges Jubiläum der Vereinigung der Russlanddeutschen in Tobolsk


Vom 29. bis zum 31. Mai feierte die Vereinigung der Russlanddeutschen in Tobolsk ihr 35-jähriges Bestehen.

Die Bewegung der Russlanddeutschen in Tobolsk nahm im Laufe der Zeit verschiedene Formen an. Von 1991 bis 1996 stand Georgij Fleischman an der Spitze der Gesellschaft der Russlanddeutschen. Georgij Georgijewitsch blieb bis zu seinem Lebensende Inspirator und Mitwirkender aller Projekte der Gesellschaft.

Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Städtischen Zentrums für deutsche Kultur „Deutsches Haus“ leisteten dessen Leiterinnen: Elisaweta Frik, Natalja Kopylowa, Irina Aitmuchametowa, Ljudmila Kraft und Larissa Lepjoschkina.

Seit 2003 leitete Irina Dmitrijewa die Abteilung für deutsche Kultur des Städtischen Zentrums für nationale Kulturen. Nach der Auflösung des Zentrums für nationale Kulturen im Jahr 2008 wurde die regionale gemeinnützige Organisation „Zentrum für deutsche Kultur“ in Tjumen (Vorsitzende – Irina Dmitrijewa) mit regionalen Begegnungszentren im Bezirk Tobolsk (Leiterinnen – Lilija Koschkarjowa, Marta Bastron), im Bezirk Vagaj (Leiter: Wiktor und Olga Wagner) und im Bezirk Uwat (Leiterin: Olga Iglowikowa).

Die Organisation schmiedet Pläne für die Zukunft und entwickelt sich mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur weiter.

Die Feier fand im Gouverneurspalast des Historisch-Architektonischen Museums-Naturschutzgebiets Tobolsk statt, wo sich die Gäste versammelt hatten, um den Jubilaren zu gratulieren. Zu dem Fest waren Solisten und Künstlergruppen aus den Reihen der Russlanddeutschen aus Tjumen und den Bezirken Uporowskij, Jurginskij, Tobolskij, Wagajskij und Uwatskij der Region Tjumen angereist. Während der gesamten Feier gab es ununterbrochen Worte des Dankes und gute Wünsche.

Die Tätigkeit der Organisation der Russlanddeutschen wurde von der Stadtverwaltung von Tobolsk gewürdigt. Dankesbriefe überreichten die erste stellvertretende Bürgermeisterin Ljudmila Ostanina und die Vorsitzende des Departements für Kultur und Tourismus, Wladislawa Dronowa. Die Ehrenurkunde und ein Geschenk der Autonomen Gemeinschaft der Deutschen in der Region Tjumen überreichte deren Vorsitzende Natalja Geizenreider: Natalja Arnoldowna dankte der Organisation für die Zusammenarbeit und den großen Beitrag zur Bewahrung und Förderung der Sprache, Geschichte, Kultur und Traditionen der Russlanddeutschen.

Auf dem Fest erklangen viele Lieder in deutscher Sprache, vorgetragen von Solisten und Ensembles der Begegnungsstätten der Russlanddeutschen in der Region Tjumen. Außerdem wurden Gedichte der Dichterin Walentina Chochrjakowa (Schneider) vorgetragen. Unsere Redaktion freut sich, Ihnen einige davon vorstellen zu dürfen:

***

Möge das Erbe die Nation nicht beunruhigen.

Und im Labyrinth unserer Stimmen

Ertönt ein verloren-trauriger Klang aus der Kindheit,

Vielleicht ein Atemzug, vielleicht der Ruf der Ahnen.

Auf diesen Ruf aus der Vergangenheit entschwindet

Und löst sich in einem Kolloid auf:

„Wir, Russen, doch von deutschem Blut,

Geboren in Russland, in der Rus!“

Es hatte immer einen guten Anfang

Die deutschen Genies, die dahingeschnitten sind,

Klang in Poesie und Musik

Heimatlich, russisch, weltumspannend.

Multinational ist Mütterchen Russland,

Und jede Nation muss eine starke Schicht bilden,

Und diese friedensstiftende Kraft

Lebt in der Seele eines jeden von uns!

***

Dem leidvollen Schicksal unserer Väter

Werde ich niemals untreu sein, weder jetzt noch für immer...

Die Geschichte kann kein Abschied sein,

Jeder Mensch ist in der Welt unsterblich.

Die Zeit schenkt uns die Herzlichkeit,

Damit wir das Leben lieben, dem Tod zum Trotz...

Unser Volk wird für immer weiterleben,

Wir widmen ihm Lieder und Gedichte.

Rubriken: JubiläumsjahrNachrichten aus den Regionen