Wiener Traditionen im Deutsch-Russischen Haus


In Vorfreude auf die festlichen Winterfeiertage herrschte in den Räumen des Deutsch-Russischen Hauses in Moskau (DRH Moskau) eine ungewöhnlich lebendige Atmosphäre. „Warum бы и nicht?“ – dachten die Aktivisten des gleichnamigen Jugendclubs und begaben sich in die aktive Vorbereitung von Choreografien. Am 20. Dezember fand im Saal „Berlin“ ein echtes Wiener Weihnachtsball statt.

Die Idee, im DRH Moskau die elegante Tradition des kaiserlichen Wiens wiederzubeleben, stammt von dem neu gewählten Vorsitzenden des Jugendclubs, Alexander Schulandt. Das ehrgeizige Projekt war für den jungen Leiter ein Debüt, das ihm ermöglichte, die komplexe Organisation eines solch groß angelegten Events kennenzulernen. Laut dem Initiator war der Ball eine großartige Gelegenheit, sich selbst öffentlich zu präsentieren und den Kreis der geschäftlichen und freundschaftlichen Kontakte zu erweitern.

„Die Gedanken an die Durchführung eines solchen Festes im Deutsch-Russischen Haus schwirrten schon lange in meinem Kopf herum. Die ersten Samen für diese Idee wurden bereits im Jahr 2024 gesät – und nach eineinhalb Jahren trugen sie endlich solche wunderbaren Früchte. Eine der vorrangigen Aufgaben war es, unseren Zeitgenossen zu zeigen, dass die Kultur der Russlanddeutschen außergewöhnlich reich und vielfältig ist. Neben Landwirten lebten auf dem Gebiet des Russischen Reiches zahlreiche Adelsfamilien und Vertreter der Arbeiterschicht, darunter auch Nachkommen verschiedener deutscher Länder, Hollands und sogar Österreich-Ungarns. Jeder von ihnen war Träger weltlicher Traditionen seines Heimatlandes, die nicht vergessen und bewahrt werden sollten.“

Da Wien als ursprüngliche Heimat des Walzers und als Austragungsort der glanzvollsten Bälle gilt, wurde die Programmgestaltung von seinen zeitlosen Ballkanons inspiriert.

Der Star des gesellschaftlichen Abends war das Tanzensemble „Warum бы и nicht“, das ein Programm im strengen Rahmen der Ballklassik präsentierte. Der Ball wurde mit einer festlichen Polonaise eröffnet, gefolgt von einer Quadrille und einem schnellen Tampet. Die luftigen Walzer verzauberten das Publikum mit ihrer Grazie.

Das wichtigste Merkmal des Balls war seine Interaktivität: Die Gäste waren nicht nur Zuschauer, sondern auch Teilnehmer. Moderatoren und Tänzer des Ensembles traten als gastfreundliche Gastgeber auf und luden das Publikum zum Tanzpromenade ein.

Unter ihrer Leitung lernten die Gäste den „Goldregenwalzer“ und eine lebhafte Galopp-Polka. Dieses Format wurde von der Menge begeistert aufgenommen: Viele Gäste dankten später den Organisatoren für die seltene Gelegenheit, den Geist eines echten Balls zu spüren und sich in die bewährte elegante Tradition einzufühlen.

Die festliche Atmosphäre erforderte eine entsprechend elegante Kleidung. Der Saal war erfüllt von Ballkleidern, Abendanzügen und Smokings. Besonders begeisterte Anhänger der Ballmode wurden in einem speziellen Wettbewerb ausgezeichnet. Mit einer gemeinsamen Abstimmung wurden „Der galanteste Cavaliere“ und „Die eleganteste Dame“ des Abends gewählt. Als Belohnung für ihren tadellosen Geschmack erhielt das „Königspaar“ den traditionellen Weihnachtsstollen.

Der Höhepunkt des Balls war der Abschlusswalzer des Ensembles. Der grazile Tanz versetzte die Gäste in eine wundervolle Atmosphäre des kommenden Weihnachtsfestes. Die Aufführung wurde gemeinsam von Alexander und Angela Schulandt und Taisija Boroda choreografiert. Alexander drückte seinen herzlichen Dank an seine Helferinnen aus. Nach dem Tanz wandte sich Ekaterina Katterfeld, die leitende Managerin des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur an die Anwesenden, sprach ein kurzes Dankeswort und überreichte den Organisatoren des Abends im Gedenken an das Fest kleine Geschenke: „Jugend ist stets eine Quelle von Energie und neuen Ideen.

Wenn junge Menschen aktiv sind und zur Zusammenarbeit fähig, wird jede Gesellschaft dynamisch und vielversprechend.

Dieses Mal haben die jungen Leute eine Märchenwelt geschaffen, indem sie Freunde verschiedensten Alters auf eine kleine historische Reise einluden – von Kindern bis zu Senioren. Die Gäste verließen das Deutsch-Russische Haus mit glänzenden Augen. Das bedeutet, dass es den Jugendlichen gelungen ist, das grundlegende Ziel jeder Veranstaltung zu erreichen – sie hat die Seele berührt, ist in Erinnerung geblieben, hat etwas Neues gelehrt und Güte im Herzen geweckt“.

Die Tänzerin des Ensembles „Warum бы и nicht“, Victoria Mironowa, stimmt dem Gefühl der Einigkeit, das auf dem Ball herrschte, ein: „Die glücklichen Lächeln der Gäste und die aufrichtigen Bemühungen der Tänzer wurden zu den herzlichsten Erinnerungen des vergangenen Monats. Haben Sie schon Videos mit dem Zoom-out gesehen: vom Menschen bis hin zu den Dimensionen anderer Galaxien? Es war deutlich zu spüren, dass unser Ball ebenso kleines, aber unglaublich warmes Erinnerungsstück für jeden Teilnehmer wurde. Danke an die Gäste, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben!“

Ein symbolischer und berührender Moment war das Erscheinen des früheren Vorsitzenden des Jugendclubs, Maxim Lasarew: „Ich war sehr beeindruckt vom Organisationstalent meines Nachfolgers. Alexander hat es geschafft, in nur einem Monat eine große Veranstaltung zu organisieren, die alle Gäste begeisterte.

Die Zahl der erschienenen Gäste und die allgemeine Zufriedenheit zeugen davon, dass unser Club nicht aufhört, seine Aktivisten und Freunde mit neuen, eigenartigen Veranstaltungsformaten zu erfreuen und dabei die Kultur und Traditionen der Russlanddeutschen sorgfältig zu bewahren.

Meine Ehefrau und ich waren erfreut, an einer prächtigen gesellschaftlichen Veranstaltung teilzunehmen, die von unserem Club organisiert wurde“.

Der glänzende Beginn ist gemacht. Diese wunderschöne Tradition sollte unbedingt weitergeführt werden.

„Ich war sehr erfreut, so viele begeisterte Rückmeldungen von unseren Gästen zu erhalten. Viele von ihnen äußerten den Wunsch, unserem Tanzensemble beizutreten, und versuchten mich zu überzeugen, den Wiener Weihnachtsball zu einer jährlichen Tradition zu machen. Ich war glücklich, eine so einmütige Anerkennung unserer Arbeit zu hören, und als Vorsitzender des Jugendclubs werde ich alle Kräfte daransetzen, damit diese schöne Tradition lebt und sich in Zukunft weiterentwickelt“, zog Alexander Schulandt Bilanz.

Einen kleinen Einblick in den Ballsaal bietet das von den Organisatoren speziell zusammengestellte Video, das auf der offiziellen Seite des Jugendclubs der Russlanddeutschen „Warum бы и nicht?“ im sozialen Netzwerk „VKontakte“ veröffentlicht ist.


Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Rahmen des Förderprogramms der Russlanddeutschen in der Russischen Föderation realisiert.