„Auf der Suche nach sich selbst“: Ein herzliches Konzert von Dascha Wiens krönt den Saisonabschluss im DRH Moskau


Am 27. Mai fand im Deutsch-Russischen Haus in Moskau das akustische Solokonzert „Auf der Suche nach sich selbst“ von Dascha Wiens statt, das den feierlichen Schlusspunkt der aktuellen Kultursaison setzte. Der Abend vereinte handgemachte Autorenmusik mit tiefgründigen Gesprächen. Es entstand eine Atmosphäre des Vertrauens und der Nähe – ein Gefühl, das immer dann aufkeimt, wenn Menschen bereit sind, einander zuzuhören und gemeinsam zu fühlen.

Im Saal „Berlin“ des Deutsch-Russischen Hauses erklangen Lieder über die Selbstfindung, über innere Wandlungen und den Mut, den eigenen Pfad zu wählen und selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens das innere Licht zu bewahren. Das Konzert von Dasсha Wiens war weit mehr als ein bloßes Musikevent; es baute eine emotionale Brücke zum Publikum – leise, warm und zutiefst persönlich.

Die Singer-Songwriterin, deren Schaffen sich an der Schnittstelle von Indie-Pop und einem avantgardistischen, fast schon theatralischen Pop bewegt, inszenierte den Abend als eine in sich geschlossene Erzählung. Jedes Lied fungierte dabei als ein eigenes Kapitel. Zwischen den Kompositionen teilte sie ihre Gedanken über die Freiheit, man selbst zu sein, über Schicksalsfügungen, die unser Leben verändern, sowie über die Suche nach innerem Halt und nach Menschen, in deren Gegenwart man keine Maske tragen muss.

Peter Schifelbaen, stellvertretender Geschäftsführer des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, eröffnete den Abend mit einem Grußwort:

„Heute schließen wir die Kultursaison 2025–2026, die ganz im Zeichen der Musik stand. In unserem Saal erklangen Klassik und Volksweisen, moderne Kompositionen und eigene Songs. Wir haben zahlreiche Ausstellungen und kreative Abende veranstaltet. Zudem feiern wir in diesem Jahr ein großes Jubiläum: das 35-jährige Bestehen des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur sowie mehrerer Partnerorganisationen. Zum Abschluss dieser musikalisch geprägten Kultursaison wollten wir Sie mit einem Konzert überraschen und erfreuen, das vieles miteinander verbindet. Es vereint Live-Performance, Singer-Songwriter-Musik, die Begleitung durch talentierte Musiker und sogar einen kompletten Volkschor. Ich wünsche Ihnen allen viel Freude beim Konzert von Dascha Wiens und ihrer Suche nach sich selbst.“

Für eine ganz besondere Atmosphäre sorgte der lebendige, akustische Klang. Gemeinsam mit Dascha standen die Musiker Nadeschda Rachmejewa (Gitarre) und Alexej Wacker (Klavier) auf der Bühne. Ihre feinfühlige und aufmerksame musikalische Begleitung schuf einen intimen, kammermusikalischen Raum, in dem jede Komposition eine ganz besondere Tiefe und emotionale Kraft entfalten konnte.

„Die Atmosphäre des Deutsch-Russischen Hauses ist mir schon lange vertraut, da ich hier bereits seit meiner Studienzeit auftrete – also seit mehr als zehn Jahren. Die Stimmung hier ist immer wunderbar. Mir gefällt unheimlich gut, wie das Deutsch-Russische Haus seine Veranstaltungen organisiert und wie wertschätzend es sowohl mit seinem Publikum als auch mit den Künstlern umgeht. Heute Abend wurde die ganz besondere Magie und Atmosphäre von der Hauptakteurin des Abends getragen: Dascha hat sich sowohl als Autorin als auch als Musikerin und Interpretin vollkommen entfaltet“, teilt der Pianist Alexej Wacker seine Eindrücke.

Völlig überraschend für uns alle entwickelte sich ein wahrhaft inniger Dialog mit dem Publikum, dem auch ich persönlich mit großem Interesse gelauscht habe.

„Das Thema, das heute präsentiert wurde, liegt mir sehr am Herzen. Es ist die Suche nach sich selbst, die innere Sinnsuche, die glückliche wie auch die unglückliche Liebe. Heute haben wir all dies aus einer weiblichen Perspektive gehört. Das ist von unschätzbarem Wert – gerade auch für die männliche Hälfte der Menschheit, zu der ich gehöre. Genau deshalb hat dieses Thema heute so einen tiefen Widerhall beim Publikum gefunden.“

Ein glanzvoller Höhepunkt des Abends war der Auftritt des besonderen Gastes – des Volksensembles und Cover-Chors „Pripewotschki“ unter der Leitung von Julia Stach. Die gemeinsamen Stücke verliehen dem Konzert eine zusätzliche Wärme und das spürbare Gefühl einer großen kreativen Gemeinschaft, die durch die Musik und das lebendige, menschliche Miteinander vereint wird.

„Ich bin voller lebendiger Eindrücke, denn der Abend war unheimlich herzlich und warm. Das ist natürlich ganz dem Talent von Dascha zu verdanken. Und ich freue mich sehr, dass wir hier künstlerisch so wunderbar zusammenwirken konnten. Es war uns eine große Freude, ihre Lieder durch den Chorklang und ein dreistimmiges Arrangement zu bereichern und zu verschönern. Ich liebe es, wenn ein Werk, das ursprünglich für eine Solostimme geschrieben wurde, an Weite gewinnt“, sagt Julia Stach, die Leiterin des Volksensembles und Cover-Chors „Pripewotschki“.

Und das Wichtigste war, dass das Publikum unglaublich warmherzig reagiert hat – es gab eine enorme Resonanz, das war im Raum förmlich greifbar. Ich konnte sehen, wie die Menschen ganz in diese Atmosphäre eingetaucht sind, die Dascha hier kreiert hat.

„Ich bin glücklich, dass wir Teil dieses Konzerts sein durften. Dascha ist eine hochtalentierte Autorin und Interpretin. Wir hatten vorher nicht einmal eine gemeinsame Probe – wir haben uns heute zum ersten Mal persönlich getroffen. Bis dahin lief alles ausschließlich aus der Ferne ab. Aber da Dascha eine so lebendige, kreative Natur ist, konnten wir sofort auf derselben Wellenlänge mitschwingen und alles genau so umsetzen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es hat sich einfach alles ganz leicht gefügt.“

Das Publikum verabschiedete die Lieder mit anhaltendem Applaus, sang bei vertrauten Zeilen mit und verließ den Saal auch nach dem offiziellen Ende des Konzerts nur zögerlich. Für viele war dieser Abend nicht nur ein wunderschöner Saisonabschluss, sondern auch eine bedeutende emotionale Erfahrung – eine Gelegenheit, kurz innezuhalten, in sich hineinzuhorchen und zu spüren, dass die Suche nach dem eigenen Weg ein lebenslanger, fortwährender Prozess ist.

„Heute wurden wir alle durch das kreative Schaffen, die Musik und ein Konzert vereint, das eine ganz bestimmte Absicht verfolgte: Es sollte das Herz des Publikums dazu bewegen, sich der Musik zu öffnen und aus dem schützenden Panzer auszubrechen, in dem wir uns tagtäglich verbarrikadieren. Ich bin unheimlich glücklich, dass so viele kreative Menschen mit einer solchen Leichtigkeit zugesagt haben, an diesem Abend mitzuwirken“, teilt Dascha Wiens ihre Eindrücke.

Ich liebe kreative Menschen einfach dafür, dass sie sich so unbeschwert selbst auf die verrücktesten Ideen einlassen. Und heute wurden wir alle durch einen glücklichen Zufall, das kreative Schaffen und die Musik zusammengeführt.

„Nach jedem Kunstwerk – sei es ein Buch, ein Film oder ein Lied – möchte der Zuhörer, Leser oder Zuschauer, dass sich in seiner inneren Welt etwas verändert. Wenn ich aus einem guten Kinofilm komme, fühle ich mich entweder wie die Hauptfigur oder merke, dass ich die Welt plötzlich mit etwas anderen Augen sehe. Mein Wunsch war es, meine eigene Aufrichtigkeit zu teilen – als ein Mensch, der bestimmte Emotionen durchlebt, sie durch sein ganz persönliches Prisma betrachtet und einfach darüber gesungen hat, was er fühlt, sieht und hört. Jeder entscheidet selbst, welches emotionale Gepäck er durchs Leben trägt. Aber den Reaktionen der Menschen nach zu urteilen, habe ich verstanden: Ich mache in diesem Leben alles genau richtig.“

Ich bin absolut hingerissen von der lyrischen Hingabe Alexej Wackers. Alle melancholischen und gefühlvollen Lieder haben dadurch eine völlig neue Facette erhalten. Er hat ein Stück seiner eigenen Seele hineingelegt, und das war wirklich spürbar. Ebenso möchte ich die meisterhafte Leistung von Nadesсhda und dem Cover-Chor ‚Pripewotschki‘ hervorheben.

„Im Deutsch-Russischen Haus herrscht für mich immer eine unheimlich herzliche Atmosphäre. Die Gastfreundschaft und Fürsorge, mit der kreative Menschen und das Publikum hier stets empfangen werden, berühren mich sehr. Alles geschieht mit so viel echter Wärme, was mich unglaublich freut. Es ist mir eine große Ehre, hier aufzutreten und diese Kultursaison feierlich zu beschließen.“

Ich möchte allen wünschen, niemals den Funken des Interesses zu verlieren. Bleiben Sie stets neugierig und offen für Neues, aber bewahren Sie sich gleichzeitig eine unerschütterliche innere Stabilität.

Anna Podakowa, leitende Projektmanagerin der Abteilung „Avantgarde“ des Internationalen Verbandes der deutschen Lultur, teilte ebenfalls ihre Eindrücke: „Diese Saison war, da bin ich mir sicher, ebenso wie die vergangenen und die zukünftigen, auf ihre ganz eigene Art einzigartig, kraftvoll und lebendig. Und sie fühlte sich unheimlich emotional und lyrisch an. Es gab viele persönliche Geschichten und Gespräche über die wesentlichen Dinge im Leben – ausgedrückt durch die Sprache verschiedenster Kunstformen. Es war viel Echtes und Unverfälschtes dabei.

Für uns ist jedes Event eine gegenseitige Bereicherung. Es ist schlicht unmöglich, ein einzelnes Highlight herauszupicken. Wir haben Künstler, Maler und Zuschauer kennengelernt, uns ausgetauscht – und bei jeder Begegnung stimmte die Chemie. Es gab diese reine Freude am kreativen Erleben und die Erkenntnis, was uns alle, die ins Deutsch-Russische Haus kommen, miteinander verbindet. Das ist von unschätzbarem Wert.“

Wir verabschieden uns mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit. Und irgendwo im Hintergrund, jenseits des Trubels der täglichen Aufgaben, keimen bereits Neugier und Enthusiasmus für die Zukunft auf.

„Der kommenden Kultursaison im Deutsch-Russischen Haus möchte ich wünschen, dass diese ganz besondere Freude am gemeinsamen Schaffen und an neuen, unvergesslichen Begegnungen erhalten bleibt – jene Momente, in denen man gemeinsam Ideen spinnen, Menschen zusammenbringen und tiefere Bedeutungen teilen möchte.“

Das Konzert „Auf der Suche nach sich selbst“ bildete den symbolischen Ausklang der Kultursaison im Deutsch-Russischen Haus in Moskau – einer Saison voller Begegnungen, Dialoge, Kreativität und lebendigen Austauschs. Vor uns liegt der Sommer mit neuen Ereignissen und neuen Geschichten, die wir erst noch gemeinsam erleben werden.


Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Rahmen des Förderprogramms für Russlanddeutsche in der Russischen Föderation realisiert.

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