„Meine Mission ist es, Frauen für die kreative Welt zu begeistern“, sagt die Chorleiterin Julia Stach über sich selbst. Seit fast zehn Jahren leitet sie den Frauen-Coverchor „Pripewotschki“ (dt. „Die Singvögelchen“). Erst kürzlich trat das Ensemble in der bekannten TV-Show „Nu-ka, wse wmeste! Chorom!“ (dt. „Los, alle zusammen! Im Chor!“) auf dem Fernsehsender „Rossija-1“ auf, wo sie sich mit den besten Chören des ganzen Landes maßen.
Schon bald, am 27. Mai, findet im Deutsch-Russischen Haus das akustische Solokonzert von Dascha Wiens unter dem Titel „Auf der Suche nach sich selbst“ statt. Der Coverchor „Pripewotschki“ unter der Leitung von Julia Stach wird dort als besonderer Gast auftreten. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist über diesen Link möglich.
Wir haben mit Julia über die Kulissen des „großen Fernsehens“ gesprochen und darüber, wie der Chor Frauen dabei hilft, ihre kreativen Ambitionen zu entfalten und an Selbstvertrauen zu gewinnen. Zudem teilen wir eine Auswahl an Lieblingsliedern aus dem Repertoire der Russlanddeutschen und philosophieren über die wahre Natur der Stimme.
– Als ich mich auf unser Gespräch vorbereitet und die Fragen formuliert habe, überkam mich plötzlich das Bedürfnis, klassische Musik einzuschalten. Ich habe Bach und Debussy gehört und mich mit dieser musikalischen Untermalung auf unser Gespräch über Kreativität eingestimmt. Da wurde ich neugierig: Mit welchem Musikgenre oder welchem Song würdest du dein eigenes Leben vergleichen? Welche Musik liegt dir besonders am Herzen?
– Ich mag ganz unterschiedliche Musik, das hängt immer von der jeweiligen Lebensphase und meiner Stimmung ab. So überraschend es klingen mag: Es kann sogar Chanson sein, obwohl mich die Menschen um mich herum eher als lockige, verträumte Blondine wahrnehmen. Aber es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich genau diese Musik gehört. Früher war es auch mal russischer Rock oder ganz plumper Pop. Lieder spiegeln einfach unsere Gefühlslage wider, manchmal treffen sie sogar einen wunden Punkt. Deshalb könnte ich mich nie auf einen einzigen Song festlegen.
In letzter Zeit habe ich eine Art „Tagesorakel“ für mich entdeckt. Ich schalte in meiner Musik-App den Modus „Meine Welle“ ein, der auf meinen persönlichen Geschmack abgestimmt ist. Das ist unheimlich spannend! An einem Tag drückt man auf Play und es läuft das Lied „Wie schön du heute bist“ (russ. „Kak ty krasiwa segodnja“) – das trifft mitten ins Frauenherz! Am nächsten Tag schaltet man es ein, und es läuft ein 80er-Jahre-Hit wie „Du hast mich einen Träumer genannt“ (russ. „Fantaser, ti menja nasiwala“). Da denke ich mir nur: „Na, mal sehen, was für Träumer mir heute wohl begegnen werden?“.
Musik begleitet mich einfach immer. Natürlich gibt es Interpreten, mit denen ich so gar nichts anfangen kann. Aber es gibt eben auch eine Liste von Künstlern, die ich liebe, immer wieder höre und von deren Konzertbesuch ich träume.
– Jetzt bin ich natürlich auch neugierig, welcher Song mir heute bei diesem „Orakel“ zugelost wird. Aber lass uns einen Blick zurückwerfen – dorthin, wo die Musik und der Gesang zum ersten Mal in dein Leben traten. In welchem Alter hast du deine allerersten Schritte in der Musikwelt gemacht?
– Das war in meiner Heimatstadt Marx in dem Gebiet Saratow. Ich war sechs Jahre alt, als meine Mutter und ich im Stadtpark den „Tag der offenen Tür“ des Lyzeums für Musik und Ästhetik besuchten. Dort zog mich eine Lehrerin sofort in ihren Bann. Ich hatte keine Ahnung, welches Instrument sie unterrichtete, aber ich sagte: „Mama, egal was sie lehrt, ich will zu ihr!“ Es stellte sich heraus, dass es Tatiana Rybassowa war, eine Akkordeonlehrerin… Und ab diesem Moment gab es für mich natürlich kein Zurück mehr.
Das war nicht einfach eine Musikschule, sondern ein Ort für ganzheitliche kreative Entfaltung. Wir hatten Fremdsprachen, Malerei, Choreografie und sogar das Fach ‚Religionslehre‘. Ich glaube, das hat bei mir das Fundament gelegt – die Fähigkeit, das Schöne zu sehen und die Welt ganz fein wahrzunehmen.
Ich habe Tatiana Rybassowa sehr bewundert. Sie war ein Mensch, der die Musik über alles liebte, voller Energie und Leichtigkeit. In unserer Zusammenarbeit hat sie meinen Blick immer auf das Positive gelenkt. Ich glaube, ich habe nur dank ihr durchgehalten, denn manchmal wollte ich alles hinschmeißen. Doch gemeinsam mit ihr habe ich das Lyzeum für Musik und Ästhetik abgeschlossen. Danach ging es für mich an die Kunstfachschule in Marx.
Da ich mich selbst langfristig nicht als Akkordeonistin sah, entschied ich mich für den Schwerpunkt „Chorleitung“. Und genau dort begann meine Reise in die Welt der Chorkunst – ich entdeckte die Schönheit des mehrstimmigen Gesangs und den unglaublichen Reichtum der Chormusik aus aller Welt. Ich erlernte diesen Beruf von der Pike auf und machte meinen Abschluss. Auf meinem Diplom steht nun: „Dirigentin, Leiterin eines kreativen Ensembles, Chorleiterin und Musiklehrerin“.
Während des Studiums hatten wir ein spannendes Praktikum an einer Schule, bei dem wir Musikunterricht für die jüngeren Klassen gaben. Das war anfangs ziemlich beängstigend, weil man sich in dem Alter selbst noch nicht wie eine echte Lehrerin fühlt, aber es lief alles wunderbar.

Das von Julia Stach organisierte Vokal- und Chorfestival „Licht der Stimmen“ im Kulturpalast „Balaschicha“
Während des Studiums hatten wir ein spannendes Praktikum an einer Schule, bei dem wir Musikunterricht für die jüngeren Klassen gaben. Das war anfangs ziemlich beängstigend, weil man sich in dem Alter selbst noch nicht wie eine echte Lehrerin fühlt, aber es lief alles wunderbar.
Noch während meiner Ausbildung bot mir das örtliche Deutsch-Russische Haus an, mit dem Seniorenchor zu arbeiten. Ab dem dritten Studienjahr konnte ich dort also bereits praktische Erfahrungen sammeln: Wir haben wunderbare Lieder der Russlanddeutschen gesungen und uns an zwei- und dreistimmigen Stücken versucht.
Nach meinem Abschluss habe ich sofort eine Stelle im Zentrum für Kinderkreativität angetreten. Ich leitete dort ein Gesangsensemble für Kinder im Bereich Popmusik. Parallel dazu habe ich Veranstaltungen organisiert, als Moderatorin gearbeitet und meine jährliche Karriere als „Snegurotschka“ (dt. Schneeflöckchen) zu jedem Neujahrsfest gestartet. Ich habe sogar eine Zeit lang als Tontechnikerin gearbeitet. Wenn man in einer eher familiären, kleinen Einrichtung arbeitet, wird man eben schnell zum Mädchen für alles!
Kurz gesagt: Ich bin sofort mitten in den Beruf eingetaucht. Und Gott sei Dank gab es auf meinem Weg immer Menschen, die mich unterstützt und inspiriert haben. Ich denke mit großer Wärme an diese Zeit zurück. Tja, und dann kam meine Hochzeit, und wir sind hierher in die Moskauer Region gezogen (Anm. d. Red.: in die Stadt Balaschicha).
– Wahnsinn! Es ist faszinierend, dass du von Anfang an mit so unterschiedlichen Zielgruppen gearbeitet hast: Auf der einen Seite Senioren – Menschen, die viel älter waren als du, die angehende Lehrerin, – und auf der anderen Seite kleine Kinder. Das erfordert ja völlig verschiedene Herangehensweisen. Was für eine großartige pädagogische Erfahrung!
– Ja, ich habe wirklich schon mit den unterschiedlichsten Altersgruppen gearbeitet, und ich hoffe, da kommt noch einiges hinzu. Später, als ich bereits hierhergezogen war, habe ich einen Kinderclub eröffnet und Kurse für Kleinkinder ab einem Jahr gegeben. Das war spielerischer Musikunterricht, in den ich Logorhythmik integriert habe. Wir haben auch Atemübungen und Artikulationstraining gemacht.
Meine älteste Schülerin bisher war übrigens 93 Jahre alt. Ich habe also in meiner Praxis schon Menschen im Alter von 1 bis 93 Jahren unterrichtet.
– Was für eine Bandbreite! Ich finde, das sagt enorm viel über deine psychologische Flexibilität und deine Fähigkeit aus, dich auf die unterschiedlichsten Menschen einzustellen. Im Dialog mit einem Kind geht es ja viel mehr um das Spielerische, um diesen unvoreingenommenen, staunenden Blick auf neue Erfahrungen. Bei älteren Menschen muss man Informationen dagegen aus einer ganz anderen Perspektive vermitteln.
– Da hast du absolut recht. Kinder reagieren total offen auf alles, was neu und spannend ist. Sie haben diesen inneren Drang – sie wollen Dinge entdecken, anfassen und sich bewegen. Kinder lassen sich leicht begeistern.
Bei Erwachsenen hingegen muss man manchmal erst den richtigen Zugang finden, damit sie einem zuhören, die eigene Autorität akzeptieren und bereit sind, Energie zu investieren, wenn wir ein bestimmtes Ergebnis erzielen wollen. Das ist ein unheimlich spannender Prozess. Inzwischen arbeite ich ausschließlich mit Erwachsenen. Mich faszinieren motivierte Menschen, die diesen riesigen, tiefen Wunsch haben zu singen.
Eigentlich kommt es gar nicht so sehr auf das Talent an, sondern vielmehr auf den Willen, oder? Talent kann jemanden nämlich auch ziemlich träge machen. Man denkt sich schnell: ‚Oh, ich habe das Ziel ja schon erreicht‘, wird überheblich und ruht sich darauf aus.
Wenn jemand aber etwas wirklich will, dann hängt er sich auch rein. Zu mir in das Ensemble kommen Frauen, bei denen anfangs längst nicht alles klappt. Und was für eine Freude ist es dann, nach einem Jahr mit ihnen zurückzublicken und zu sagen: „Weißt du noch, wie es damals war? Schau mal, wie sehr du dich weiterentwickelt hast“. Das spornt sie nur noch mehr an – sie arbeiten an sich und wachsen über sich hinaus.
– Genau passend zu diesem Thema kommen wir nun zu deiner Arbeit mit dem Coverchor „Pripewotschki“. Herzlichen Glückwunsch zu eurem Auftritt in Fernseher! Ich finde es ein fantastisches Ergebnis, in einer so bekannten Fernsehshow vor einem Millionenpublikum aufzutreten. Strahlende, wunderschöne Frauen in Rot – ihr habt die Bühne regelrecht gerockt! Erzähl uns mehr über euren Frauenchor.
– Sehr gerne! Als ich nach Balaschicha zog, fing ich im örtlichen Kulturpalast an zu arbeiten. Zuerst leitete ich die Abteilung für Kultur- und Freizeitveranstaltungen, war für die Drehbücher, Ablaufprogramme und die Organisation von Events zuständig und habe als Moderatorin gearbeitet.
Danach ging ich in meinen ersten Erziehungsurlaub. Als ich zurückkehrte, sagte die Direktorin des Kulturpalasts zu mir: „Julia, ich habe eine freie Stelle als Chorleiterin. Möchtest du diese übernehmen?“ Zu dieser Zeit gab es im Kulturpalast bereits einen etablierten Chor, der sein 50-jähriges Bestehen feierte. Wir sangen mit ihnen volkstümliche Musik – keine authentische Folklore, sondern stilisierte Volkslieder.

Julia bei einem Arbeitstreffen zu den besten soziokulturellen Praktiken des Instituts für ethnokulturelle Bildung – BiZ, 2025
Später hieß es, ich solle diesen Chor entweder in Gruppen aufteilen oder ein komplett neues Ensemble gründen. Mir ging damals schon die ganze Zeit die Idee durch den Kopf, dass ich gerne interessante, moderne Songs singen würde – und dass ich auch selbst Teil eines Ensembles sein möchte. Es gab nämlich eine Zeit, in der ich in der Gesangsgruppe „AkzeNt“ von Natalia Altner im Deutsch-Russischen Haus in Moskau gesungen habe. Und dieses Gefühl eines Frauenensembles, wenn man gemeinsam im Kollektiv singt, gehört zu meinen absoluten Lieblingsformen des Musizierens! Schließlich singe ich schon seit meinem sechsten Lebensjahr im Chor und habe das unglaublich vermisst.
Als sich mir dann die Gelegenheit bot, meinen Traum zu verwirklichen, beschloss ich, einen „Mütter-Chor“ ins Leben zu rufen – schließlich war ich damals selbst gerade Mutter geworden. Spontan kam mir der Name „Pripewotschki“ in den Sinn. Ich tippte ihn in den sozialen Netzwerken ein, sah, dass der Name für den Account noch frei war, und dachte mir: „Ich registriere ihn erst mal vorläufig.“ Aber wie man so schön sagt: Nichts hält länger als ein Provisorium. Und so sind wir bis heute die „Pripewotschki“ geblieben. Ich postete damals eine Anzeige, dass die erste Probe des Mütter-Chors ansteht und alle Interessierten herzlich willkommen sind. Ich hatte ja keine Ahnung, wie die Resonanz sein würde.
Zur allerersten Probe kamen dann 13 Frauen. Das war im Jahr 2016, also vor zehn Jahren. Und das Schönste ist: Noch heute singen Frauen im Ensemble, die damals bei genau dieser ersten Probe dabei waren. Natürlich hat sich die Besetzung im Laufe der Zeit verändert und ist gewachsen, neue Gesichter kamen hinzu. Ich bin einfach glücklich, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte. Durch den Chor habe ich eine zweite Familie gefunden!
Die Mädels und ich verbringen unheimlich viel Zeit miteinander: Wir proben zwei- bis dreimal die Woche, und dann kommen noch die Auftritte dazu. Inzwischen ist das ein riesiger Teil meines Lebens. Aber der Anfang war von Ängsten begleitet. Ich wusste nicht, ob ich überhaupt Gehör finden und Gleichgesinnte um mich scharen könnte.
Wie sich herausstellte, gibt es so viele Frauen, die sich nach einer kreativen Selbstentfaltung sehnen. Ganz besonders dann, wenn man im Alltag als Buchhalterin, Ärztin, Designerin oder Psychologin arbeitet und dazu noch die sozialen Rollen als Mutter und Ehefrau ausfüllt.
Und gleichzeitig haben viele Frauen Ambitionen, auf der Bühne zu stehen: Sie wollen nicht einfach nur singen und sich im Gesang weiterentwickeln – sie wollen ihre Kreativität teilen, das Rampenlicht suchen und stolz auf sich selbst sein. Ich sehe meine Mission darin, Frauen für die kreative Welt zu begeistern, damit sie ihrer Stimme Gehör verschaffen und selbstbewusst auftreten.
Ich sage meinen Mädels oft: „Stellt euch vor, wie großartig das ist! Morgens bist du Mutter, Angestellte in einer Behörde, einer Fabrik oder einem Werk, und abends trägst du dein Bühnen-Make-up auf, ziehst dein Konzertoutfit an und verwandelst dich in eine Diva, in eine Künstlerin.“ Und sie antworten: „Ja, Julia! Da möchte man sofort die Flügel ausbreiten und sich stolz aufrichten.“
Wir haben uns Schritt für Schritt weiterentwickelt und ganz einfach angefangen. Auf unsere ersten Auftritte blicken wir heute mit einem Schmunzeln zurück. Mir ist bewusst, dass alles seine Zeit braucht. In den ersten Jahren mussten wir erst unseren Stil und unsere Stärken finden; wir haben nach einem Repertoire gesucht, das sowohl uns als auch dem Publikum aus der Seele spricht. Wir mussten lernen, miteinander zu harmonieren – und das gilt auch für die Dynamik zwischen mir als Leiterin und dem gesamten Ensemble.
Unsere Treffen schenken uns unglaublich viel emotionale Energie. Die Mädels sagen oft: „Ich weiß, dass ich bei den Proben hart arbeiten muss und dass auch zu Hause Vorarbeit nötig ist – Stimmen lernen, Texte pauken, Choreografien üben. Aber gleichzeitig komme ich hierher, kann die Seele baumeln lassen, spüre diese Wärme und genieße das Miteinander.“
Aus vielen der Mädels sind mittlerweile enge Freundinnen geworden, sie arbeiten auch abseits des Chors zusammen, und wir haben im Ensemble sogar schon die ersten Patentanten. Gott sei Dank werden neue Babys geboren und neue, wunderschöne Songs bereichern unser Repertoire. Und in mir als Leiterin wächst der Wunsch, immer weiterzugehen und uns auf ganz neuen Ebenen auszuprobieren.
In Balaschicha kennt man unser Ensemble längst, aber nachdem wir an einem der größten föderalen Chorprojekte teilgenommen haben, sind nun auch andere Regionen auf uns aufmerksam geworden.
– Julia, wenn ich dir so zuhöre, steigen mir an einigen Stellen fast die Tränen in die Augen. Mir wird klar, was für eine großartige Arbeit du leistest – sowohl für die kreative Entfaltung als auch, und das noch viel mehr, für das Gemeinschaftsgefühl an sich. Ich glaube, für Frauen ist es historisch und psychologisch gesehen besonders wichtig, sich zusammenzutun. Es ist wunderschön, was du da tust! Erzähl doch mal, wie sich die Frauen im Laufe dieser kreativen Arbeit verändern.
– Ich beobachte bei einigen Teilnehmerinnen anfangs starke Hemmungen. Sie haben Angst, ihre Stimme einzusetzen, für sich und ihre Wünsche einzustehen.
Wenn wir an unsere Vorfahren zurückdenken: Früher hat das Lied die Menschen ein Leben lang begleitet – von der Geburt bis zum Tod. Lieder gehörten zur Arbeit und zu jedem Lebensereignis dazu. Sie sind ein untrennbarer Teil unserer Kultur.
Heutzutage passiert es jedoch oft, dass man zu hören bekommt: „Sei leiser“, „Mach keinen Krach“. So entstehen Blockaden. Häufig kommen Mädels zum Vorsingen zu mir und sagen: „Ich bin absolut unmusikalisch und habe überhaupt keine Stimme.“ Ich antworte dann immer: „Wie soll das denn gehen? Jeder Mensch hat von Geburt an ein Gehör und eine Stimme – es sei denn, es liegen körperliche Einschränkungen vor. Bei den einen ist diese Veranlagung von Natur aus eben ausgeprägter, und die anderen müssen ein bisschen dafür arbeiten.“
Wenn wir ins Fitnessstudio gehen und trainieren, sehen wir ja auch, wie die Muskeln stärker werden, wie wir ausdauernder und beweglicher werden. Und um diesen Effekt zu halten, müssen wir uns regelmäßig um unseren Körper kümmern. Genauso verhält es sich mit der Stimme und der eigenen Präsenz – man muss kontinuierlich an ihnen arbeiten.
Das Gute am Chor ist der feste Probenrhythmus: Die regelmäßigen Treffen zeigen Wirkung, die Stimme wird kräftiger. Außerdem schult der Chor das Gehör ungemein. Inzwischen singen wir vier-, fünf- und sogar siebenteilige Arrangements. In der TV-Show sind wir zum Beispiel mit dem Pophit „Ugonschtschiza“ (dt. „Die Entführerin“) aufgetreten, den unser Arrangeur in eine siebensatze Chorfassung umgeschrieben hat.
Im Chor muss jede Sängerin ihre eigene Stimme halten. Mit einem Ohr hören wir auf uns selbst, mit dem anderen auf das, was passiert um uns herum. Man muss ständig analysieren, ob sich die eigene Stimme harmonisch in den Gesamtakkord einfügt. Dadurch wird das Gehör viel feinfühliger.
Und die Mädels, die anfangs dachten, sie könnten nicht singen oder würden keinen Ton treffen, nehmen ihren Stimmapparat schon nach einem halben Jahr ganz anders wahr. Dabei haben 90 Prozent unserer Teilnehmerinnen keinerlei musikalische Vorbildung und können keine Noten lesen! Wenn Laien plötzlich selbst heraushören, ob sie sauber singen oder nicht, und tun das ganz harmonisch und gelassen – dann ist das ein riesiger Meilenstein. Selbst unter den Profis hat dieses Gehör längst nicht jeder.

Auftritt des Frauen-Coverchors „Pripewotschki“ in der TV-Show „Nu-ka, wse wmeste! Chorom!“ (dt. „Los, alle zusammen! Im Chor!“)
– Das, was du sagst, spricht mir aus der Seele. Ich antworte meinen Schülern im Rhetorik- und Sprechtraining genau dasselbe, wenn es um die Stimmentwicklung geht. Alles ist bereits von Natur aus in uns angelegt – der Rest ist reine Formsache, eine Frage des Mutes und von Praxis, Praxis, Praxis. Julia, wenn du die Dynamik deiner eigenen Entwicklung in den zehn Jahren des Chorbestehens betrachtest: Woran bist du gewachsen? Welche Eigenschaften hast du in dir entdeckt?
– Ich habe den Mut in mir entdeckt. Von Natur aus bin ich eher ein ängstlicher, grübelnder Mensch. Früher schwirrten mir oft Zweifel und Ängste durch den Kopf, was mich daran gehindert hat, mutige Schritte zu wagen. Heute weiß ich, dass man sich selbst mehr vertrauen und einfach handeln muss.
Genauso war es auch mit dem Projekt „Nu-ka, wse wmeste! Chorom!“ (dt. „Los, alle zusammen! Im Chor!“). Wir wollten unbedingt dabei sein und hatten uns schon in der vorherigen Staffel beworben, wurden damals aber abgelehnt. Ich war am Boden zerstört und dachte, es sollte wohl einfach nicht sein… Doch heute sehe ich, dass sich alles genau so gefügt hat, wie es sein musste.
Wir nehmen regelmäßig an Wettbewerben teil. Und wie es der Zufall wollte, saßen in einer der Jurys Leute, die auch an diesem TV-Projekt mitarbeiten. Wir lernten sie bei unserem Auftritt kennen, gewannen den Ersten Preis und sind ihnen so wohl im Gedächtnis geblieben. Außerdem haben wir uns als Chor natürlich enorm weiterentwickelt. Ich habe unsere Bewerbung noch einmal überarbeitet, für diese Staffel eingereicht – und diesmal wurde sie angenommen!
Als uns der Tag für die Probe genannt wurde und wir im renommierten ‚Mosfilm‘-Studio eintrafen, spürte ich zum ersten Mal: Der Traum ist greifbar nah. Und gleichzeitig kann man es kaum fassen. Die Mädels und ich liefen in absoluter Euphorie durch das Studio und dachten nur: ‚Kneif mich mal einer, sind wir wirklich hier?!‘

Auftritt des Frauen-Coverchors „Pripewotschki“ in der TV-Show „Nu-ka, wse wmeste! Chorom!“ (dt. „Los, alle zusammen! Im Chor!“)
In unserer Folge sind wir gegen extrem starke Ensembles angetreten. Allen voran der berühmte Popow-Kinderchor – eine absolute Koryphäe der Chorkunst. Dass wir uns als Laienchor auf einem so hohen Niveau präsentieren durften, war ein riesiges Geschenk!
Solche Formate machen die Chorkunst wieder populär. Du erinnerst dich sicher: In der Sowjetunion hatten jede Schule, jede Fabrik und jedes Krankenhaus einen eigenen Chor. Die Menschen kamen zusammen, um gemeinsam zu singen – das war eine tief verwurzelte Kultur.
Das Projekt zeigt, dass man in jedem Alter und in jeder Stadt anfangen kann, in einem Pop-, Volks- oder akademischen Chor zu singen. Es bietet die Chance, mit einer der ausdrucksstärksten und lebendigsten Kunstformen in Berührung zu kommen, die gleichzeitig eine der zugänglichsten und nahbarsten für den Menschen ist.
Nicht jeder wird jemals wunderschön Violine spielen können. Dafür muss man jahrelang hart arbeiten und es von der Pike auf lernen. Aber der Chor ist ein Ort, an dem jeder genau das findet, was er braucht. Und das Wichtigste ist: Ein Mensch, der einmal in einem Chor gesungen hat, wird nie wieder einsam sein.

Julia Stach auf der Bühne des TV-Projekts „Nu-ka, wse wmeste! Chorom!“ (dt. „Los, alle zusammen! Im Chor!“)
– Ein schöner Gedanke... Erzähl uns ein wenig vom Blick hinter die Kulissen. Wie läuft die Produktion eines so großen TV-Projekts ab?
– Es war eine durchweg positive Erfahrung: Das gesamte Team ist unglaublich herzlich und professionell. Allen liegt viel daran, dass jedes Ensemble im Fernsehen im besten Licht erstrahlt, und man bekommt wirklich wertvolle Ratschläge.
Vor dem eigentlichen Dreh gibt es einen kompletten Tag für die technische Probe. So kann das Ensemble die Bühne kennenlernen und alle Mikrofone sowie Positionen überprüfen. Vor Ort arbeitet eine fantastische Regisseurin mit einem großartigen Blick für Raum und Inszenierung. Obwohl unsere Choreografie bereits stand, gab sie uns wertvolle Tipps, wie wir die Bühne am besten betreten und uns positionieren. Auch Stylisten sind da, die das Erscheinungsbild prüfen und feine Akzente setzen. Die Probe für einen einzigen Song dauerte etwa anderthalb Stunden.
Und das Wichtigste: Alles geschieht in einer absolut wohlwollenden Atmosphäre. Ganz gleich, was man dem Showbusiness nachsagt – bei uns war es ungemein herzlich. Wir haben uns mit den Gruppen angefreundet, die in derselben Sendung aufgetreten sind, und uns gegenseitig den Rücken gestärkt. Denn die Nervosität packt jeden – selbst die erfahrensten Künstler.
Am Drehtag selbst sind wir unheimlich früh angereist. Bereits ab ein Uhr nachts waren unsere Stylisten im Einsatz, um uns zu schminken und die Haare zu frisieren. Wir waren alle total unter Strom und haben unsere inneren Reserven mobilisiert.
Am Tag der Aufzeichnung sahen wir dann die Experten auf der „Wand“ sitzen – es sind tatsächlich genau einhundert Personen (Anm. d. Red.: Dem Konzept der Musikshow zufolge treten die Teilnehmer vor einer 100-köpfigen Fachjury auf, die auf einer mehrstöckigen Tribünenkonstruktion platziert ist). Im Fernsehen bekommt man sie ja immer nur fragmentarisch zu sehen, mal drei, mal fünf auf einmal. Doch wenn man selbst auf dieser Bühne steht und vor einem diese Hundertschaft der Jury thront, ist das unglaublich imposant und jagt einem sogar ein wenig Angst ein. Und man entdeckt unter ihnen so viele vertonte Gesichter: populäre Künstler, Kulturschaffende – und das alles unter dem Vorsitz von Sergei Lasarew.
Wir sahen, wie viele Kameras das Set umgaben und was für ein grandioses Lichtdesign dort inszeniert wurde. Wir hörten den Moderator Nikolai Baskow scherzen, was die angespannte Stimmung enorm auflockerte. Denn das Lampenfieber lag förmlich in der Luft. Und dann kommt dieser eine, entscheidende Moment, in dem du mit deinem Song heraustrittst! Und du hast genau eine einzige Chance, abzuliefern.
Ich bin meinen Künstlerinnen unendlich dankbar, denn ich weiß, wie viel Kraft sie investiert haben. Während der Vorbereitung habe ich zu ihnen gesagt: ‚Mädels, wir haben so lange auf diesen Moment hingearbeitet. Wir haben so viel geschuftet, und jetzt ist unsere Chance da. Wenn ihr sonst einhundert Prozent geben könnt, müsst ihr jetzt dreihundert Prozent abliefern!‘
Es gab unzählige Proben. Wir haben an jeder einzelnen Note gefeilt, an jedem Akkord, jeder Bewegung, jedem Blick. Und ich habe gesehen, wie erschöpft die Mädels waren. Aber der pure Wunsch aufzutreten hat uns Flügel verliehen; jede von uns wusste, welch enorme Verantwortung auf ihren Schultern lastet. Wir standen mit 31 Frauen auf der Bühne, und jeder war klar, dass es auf sie ankommt. Man kann sich dort nicht verstecken, jede Einzelne ist im Rampenlicht und jede spielt eine tragende Rolle.
Wir haben dem Ausstrahlungstermin im Fernsehen so sehr entgegengefiebert. Weißt du, das ist wie an Silvester, wenn alle die Salate zubereiten und am reich gedeckten Tisch bis Mitternacht warten, um anzustoßen. Genauso saßen wir am Tag der Ausstrahlung, dem 21. Februar, voller Vorfreude da. Wir haben uns gegenseitig kurze Videobotschaften geschickt: Aufnahmen von festlichen Tischen und Torten, obwohl die Sendung erst um 21:00 Uhr begann und bis tief in die Nacht ging. Das war ein unheimlich feierlicher Moment!
Und ich bin mit dem Ergebnis mehr als glücklich. Wenn ich heute Leute treffe, sagen einige: „Julia, wir haben euren Auftritt gesehen. Natürlich hätten wir euch mehr Punkte gewünscht.“ Doch ich antworte dann immer: „Versteht ihr, wir haben insgeheim nur davon geträumt, überhaupt dort zu sein!“ Die Mädels sind Amateursängerinnen, die singen, um sich selbst und ihren Liebsten eine Freude zu machen. Und wir sind bei einem landesweiten Riesenprojekt an der Seite renommierter Chöre aufgetreten. Wir sind einfach nur glücklich und den Organisatoren unendlich dankbar für diese Chance.
– Ich denke, das ist wie eine riesige Verdienstmedaille für all die harte Arbeit, den Mut, die Entschlossenheit und die Ausdauer! Vielen Dank, dass du das mit uns teilst und mit deinem Beispiel inspirierst. Ich würde in unserem Gespräch gerne auf einen ganz bestimmten Teil deines musikalischen Schaffens zu sprechen kommen: jenen, der eng mit der Kultur der Russlanddeutschen verbunden ist. Genau bei so einem Kunstprojekt haben wir uns ja auch kennengelernt. Erzähl uns bitte mehr über diesen Bereich deiner Arbeit und deine Rolle als Gesangscoach.
– Meine Reise begann damals mit dem Seniorenchor in Marx, und Schritt für Schritt habe ich mich in dieser Richtung weiterentwickelt. Auf Einladung von Elena Geidt und Natalia Meidt – den guten Seelen unseres Deutsch-Russischen Hauses in Marx – fing ich an, regelmäßig an verschiedenen Projekten teilzunehmen. Diese beiden Frauen haben damals mehr in mir gesehen, als ich selbst wahrgenommen habe. Sie haben große Hoffnungen in mich gesetzt, mich im richtigen Moment angetrieben und mich immer wieder zu neuen Projekten eingeladen.
Als ich später in die Moskauer Region zog und Mutter wurde, gab es erst einmal eine kleine Pause in meiner kreativen Arbeit. Doch eines Tages lud mich Natalia Meidt erneut zu einem Projekt nach Marx ein. Es war das Format eines „Musiklabors“, bei dem wir mit den Jugendlichen innerhalb einer einzigen Woche drei deutsche Tracks aufgenommen haben. Das war ein fantastisches Experiment: Wir mussten uns erst einmal kennenlernen, in kürzester Zeit die Texte und Gesangsparts lernen und uns musikalisch aufeinander einstimmen. Man muss sich das vorstellen: Wildfremde Menschen begegnen sich zum ersten Mal, müssen aber sofort wie ein einziger, harmonischer Organismus singen. Später folgten dann auch Einladungen zu Projekten im Deutsch-Russischen Haus in Moskau.
In dieser Spielzeit ist es uns gelungen, meine „Pripewotschki“ in diese Arbeit einzubinden. Es gab eine wunderbare Veranstaltung im Gedenken an Anna German, deren Programm wir musikalisch bereichern durften: Die Mädels glänzten sowohl mit Soloeinlagen als auch im Chorengagement. Den krönenden Abschluss des Abends bildete unsere Chorinterpretation der wunderschönen Komposition „Stadt der verliebten Menschen“ (russ. „Gorod wljublennych ljudej“).
Zudem durften wir beim Weihnachtsempfang im Deutsch-Russischen Haus in Moskau auftreten und ganz in diese magische Atmosphäre eintauchen. Als wir das Lied „O du fröhliche“ anstimmten, stimmten die Gäste sofort mit ein. Alle Russlanddeutschen kennen dieses Lied, und so verschmolzen wir zu einem einzigen, riesigen Chor. Das hatte etwas ungemein Erhabenes und Festliches!
Und aktuell feilen wir bereits an einem neuen Projekt: Am 27. Mai findet der Solokonzert von der Singer-Songwriterin Dascha Wiens statt. Bei einigen ihrer Stücke werden wir mit unserem Ensemble für die chorische Untermalung und den passenden stimmlichen Rahmen sorgen.
– Es ist wunderbar zu sehen, wie harmonisch sich deine verschiedenen Lebensbereiche miteinander verbinden: dein Frauenchor auf der einen Seite und die Rückkehr in die Gemeinschaft der Russlanddeutschen auf der anderen – nur eben jetzt in Moskau statt in Marx. Daraus entstehen eine gegenseitige Bereicherung und echte Partnerschaft. Ich würde mir wünschen, dass wir unseren Lesern durch dieses Gespräch auch die Lieder der Russlanddeutschen ein Stück näherbringen. Könntest du einige Kompositionen mit uns teilen, die für dich eine ganz besondere Bedeutung haben oder dir besonders am Herzen liegen?
– Da kommt mir sofort „Wo die Wolgawellen“ der Wolgadeutschen in den Sinn. Das war das allererste Lied, mit dem ich damals meine Arbeit mit dem Seniorenchor in Marx begonnen habe.
Es ist ein Lied über die Liebe zur Heimat und zum mächtigen Fluss Wolga, der uns nährt. ‚Wo die Wolgawellen‘ nimmt in meinem Herzen einen ganz besonderen Platz ein.
Dann gibt es noch das fröhliche Lied „Auf der Kalinebrück“, bei dem es einem sofort in den Beinen juckt und man einfach tanzen möchte. Es sind sehr schlichte Lieder. Aber genau das macht Volkskultur wohl aus: Sie muss einfach, nahbar und verständlich sein.
Was noch? Natürlich das Weihnachtslied „Stille Nacht“. Es ist weltbekannt, aber für mich klingt es auf Deutsch einfach am harmonischsten. Obwohl es kein klassisches Volkslied ist, gehört es fest zu einem unserer schönsten Feste, dem Weihnachtsfest. Es trägt diesen Zauber, diese Erhabenheit und eine tiefe Bedeutung in sich – Dinge, die man nicht greifen kann, bei denen man aber spürt, welche Kraft und emotionale Energie von ihnen ausgeht.
– Eine wunderbare Auswahl! Ich denke, es ist unglaublich wichtig, auch durch unser Gespräch einen Beitrag zur Popularisierung der Lieder der Russlanddeutschen zu leisten. Mich würde interessieren: Wie bringt sich deine Familie in all diese Schönheit ein, die du erschaffst?
– Mein Mann unterstützt mich wirklich immer. Nach jedem unserer großen Jahreskonzerte brenne ich auf sein Feedback. Er ist schließlich jemand, der den Weg unseres Ensembles von Anfang an miterlebt hat und Vergleiche ziehen kann. Er kann mir ganz sachlich und mit klarem Kopf sagen, wo unsere absoluten Stärken lagen und was man seiner Meinung nach vielleicht noch anders hätte inszenieren können.
Meine Kinder sind quasi mit den „Pripewotschki“ aufgewachsen, ich habe sie früher oft mit zu den Proben genommen. Sie kennen fast jedes Lied aus unserem Repertoire. Und sie haben sich dadurch auch selbst für die Musik begeistern lassen: Mein älterer Sohn lernt Saxophon an der Musikschule, und mein jüngerer Sohn geht in die Schlagzeugklasse.
Ich bestehe auf keinen Fall darauf, dass meine Kinder später eine professionelle Musikkarriere einschlagen. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn sie der Musik ein Leben lang verbunden bleiben. Musik hat einfach einen so wohltuenden Einfluss auf die persönliche Entwicklung, sie erweitert den Horizont und schärft die Sinne für die Zwischentöne der Welt.
Meine Familie hält mir den Rücken frei und fiebert bei all unseren Erfolgen mit. Auch mit meiner Mutter und meinen Schwestern bin ich eng verbunden – sie rufen an, schreiben und freuen sich von ganzem Herzen mit uns.
– Es ist eine wahre Freude, das zu hören. Vielen Dank, Julia, für dieses wunderbare Gespräch. Ich bin bis zum Rand erfüllt von Schönheit, Inspiration und der Freude, in den Themen, in denen sich unsere Lebenswege kreuzen, so viel Seelenverwandtschaft zu spüren. Es ist eine lange und lieb gewonnene Tradition von mir, ein Interview mit einem herzlichen Wunsch zu beenden. Was möchtest du unseren Lesern aus deinem jetzigen Gefühl heraus und mit Blick auf die Themen, die wir berührt haben, mit auf den Weg geben? Was sollen die Menschen als Nachgeschmack dieses Gesprächs in sich tragen?
– Ich wünsche jedem von ganzem Herzen ein einfaches, menschliches Glück. Und dieses Glück bedeutet für jeden etwas anderes. Möge Gott geben, dass jeder von euch seinen eigenen Weg zum Glück findet und dass euch Menschen begegnen, die euch diesem Glück näherbringen. Mögen sich die Lebensumstände für euch auf die bestmögliche Weise fügen.
Und ich möchte euch Mut machen: Seid mutig und handelt! Lasst euch inspirieren, wacht jeden Morgen voller Energie auf, um euch zu bewegen, aktiv zu sein, euer eigenes Leben und die Welt um euch herum ein Stück besser zu machen.














